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  • Karla Johanna Schaeffer

Anderer Leute Meinung über Dich ist nicht Deine Verantwortung



Unser menschliches Gehirn liebt es, zu urteilen. Ein Teil davon ist evolutionär bedingt: Wir mussten oft sehr schnell entscheiden damals, ob die Person oder das Tier vor uns eine Bedrohung darstellt oder nicht. Wir sind also in gewisser Weise so verdrahtet, dass wir diese blitzschnellen Entscheidungen zu unserem eigenen Schutz treffen. Glücklicherweise leben die meisten von uns nicht mehr in Höhlen und haben Angst vor Löwenangriffen - ein Dauerthema in diesem Podcast - und wir müssen nicht mehr ständig über jeden und alles urteilen. Aber das bedeutet nicht, dass wir damit aufgehört haben.

Wenn wir im ständigen Urteil über andere leben, fürchten wir uns oft genauso ausgeprägt vor dem Urteil anderer. Da gibt es eine direkte Korrelation. Ich erlebe das im Klienten- und Freundeskreis, wie Menschen, die sich vor Urteilen fürchten und unter ihnen leiden und sich viele Gedanken machen, was andere Menschen von ihnen halten, oft am härtesten mit der Umwelt ins Gericht gehen.


Wenn wir uns selbst betrachten, sehen wir oft die Summe dessen, wie andere auf uns reagiert haben. Und wir sind klug. Wir wissen, was den Menschen gefällt und was sie beachten. Du weißt, was anerkannt wird und wofür man sich begeistern kann. Du weißt, wie du dich stylst und welche Marken du tragen solltest. Du weißt, was du essen und welche Sätze du sagen musst.. Du weißt, wie du die Maske aufrechterhalten kannst.

Das kann dazu führen, dass wir unsere begrenzte und wertvolle emotionale Energie damit verbringen, uns Gedanken darüber zu machen, was andere über uns denken, anstatt uns darauf zu konzentrieren, unser Leben für uns selbst zu leben. Kommt dir das bekannt vor? Wir werden uns mit der Frage befassen, wie man auf der eigenen Seite der Straße und damit bei sich bleibt und wie man seine Gedanken lenkt, um mit weniger Stress und Urteilen zu leben.


Die Meinung anderer Leute über mich, ist nicht meine Verantwortung.


Was du über mich denkst, geht mich nichts an.


Den Ursprung dieser Sätze wollen viele für sich beschlagnahmen, ich weiß nicht wo sie ursprünglich herkommen, aber ich finds sie toll.

Es klingt zunächst hart, nicht wahr? Das liegt daran, dass du vielleicht nicht verstehst, was die Aussage wirklich bedeutet. Manchmal, wenn ich diese Sätze jemandem sage, ernte ich einen fragenden Blick. Die Unsicheren denken, sie seien beleidigt worden. Kontrollfreaks fühlen sich herausgefordert. In manchen Köpfen werden die Worte als gleichbedeutend mit "...geht dich nichts an" wahrgenommen. Aber diese Aussage ist anders, sie lautet "... geht mich nichts an". Persönliche Verantwortung ist vorhanden, keine Schuldzuweisung. Demnach keine Verteidigung erforderlich. Wenn ich erkläre, wie und warum ich diese Aussage so mag und für mich verwende und warum sie mich so befreit, gehen glücklicherweise mehr Lichter an als. "Wow, das ist ermächtigend". Ganz genau!


Heißt das, dass du dich nicht um andere Menschen kümmern solltest? Nein! Ganz und gar nicht. Es bedeutet, dass du aufhören solltest, dich darum zu kümmern, was andere Leute von dir denken. Ist das dasselbe? Nein! Nicht einmal annähernd.

Ich möchte glauben, dass unsere Aufgabe hier auf der Erde es ist, so sein zu dürfen und so zu leben, wie wir wirklich sind. Das können wir nicht, wenn wir uns Sorgen darüber machen, was andere von uns denken könnten. Wir können es auch nicht tun, wenn wir unser Verhalten ändern, unsere Prioritäten ändern und uns verwandeln, um den Launen oder Ideen anderer zu gefallen oder zu entsprechen.

Achte auf deinen Körper und darauf, wie die Gefühle des Grauens hochkommen, wenn du dich in einer Situation befindest, in der du dich verbiegst und kleiner machst und dich den Erwartungen eines anderen anpasst. Das ist das erste Anzeichen dafür, dass du dir Sorgen darüber machst, was eine andere Person von dir denkt. Das ist die Gefahrenzone! Hier ist der Grund dafür.


Du machst ihre Sache zu deiner Sache. Ihr Problem zu deinem Problem.

Es gibt einen Weg, dieses Muster zu durchbrechen, sich selbst zu stärken und sich von dem damit verbundenen Stress zu befreien. Alles, was du tun musst, ist, deine Perspektive zu ändern und daran zu glauben:

Was andere über mich denken, geht mich nichts an.

Sollen sie doch denken, was sie wollen! Lass sie. Lass sie doch bitte denken, was sie möchten. Anders: Gesteh ihnen zu, dass sie denken dürfen, was sie denken wollen. Hat das etwas mit dir zu tun? Nicht immer. Nein. Schenken ihnen dieses Geschenk, indem du aufhörst zu versuchen, ihre Gedanken über dich mit einer Vorstellung zu kontrollieren. Du brauchen deine Energie, um dich um dich selbst zu kümmern und ein Leben zu schaffen, das du liebst.

Sich darüber Gedanken zu machen, was andere von dir denken, ist anstrengend. Geistig, emotional und vielleicht sogar körperlich. Es frisst deine Zeit. Es erzeugt Drama. Es geht an deine Energiereserven. Aber am wichtigsten ist, dass es dich daran hindert, authentisch zu leben. Du kannst nie all die Formen annehmen, um überall um für alle Menschen passend zu sein. Du kannst noch so passgerecht sein, was andere Menschen über dich denken, kannst du niemals beeinflussen. Versuche es gar nicht erst. Sondern sei du ok mit dir!


Byron Katie fragt: Wo mischst du dich ein?

Achte einmal darauf, dass wenn es dir nicht gut geht, du dich gedanklich höchstwahrscheinlich nicht in deinen Angelegenheiten befindest.

Byron Katie sagt, wenn du dir nicht sicher bist, ob du dich in die Angelegenheiten eines anderen einmischst und dich damit selber verrückt machst, frage dich: "Was geht mich das wirklich an?"

Es gibt nur drei Arten von Angelegenheiten auf dieser Welt: meine, deine und Gottes.

Byron Katie sagt für sie bedeutet das Wort Gott "Realität". Die Wirklichkeit ist Gott, weil sie regiert. Alles, was außerhalb meiner Kontrolle, deiner Kontrolle und sich der Kontrolle aller anderen entzieht - das nenne ich Gottes Sache.

Wen geht es etwas an, wenn ein Erdbeben stattfindet? Es geht Gott an.

Wen geht es etwas an, wenn dein Nachbar von gegenüber einen hässlichen Balkon hat? Es ist die Angelegenheit deines Nachbarn. Wen geht es etwas an, wenn du dich aufregst, über den hässlichen Balkon deines Nachbarn? Das geht nur dich etwas an.


Achte darauf, wann du unaufgefordert Ratschläge gibst oder deine Meinung zu etwas äußerst (laut oder leise).

Frag dich selbst: "Geht mich das etwas an? Wessen Angelegenheit ist das? Hat man mich um meinen Rat gebeten?" Und noch wichtiger: "Kann ich den Rat, den ich gebe, in meinem Leben anwenden?"

Ein großer Teil unseres Stresses kommt daher, dass wir uns mental nicht um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern. Wenn ich denke: "Ich muss mir einen neuen Job suchen, ich will, dass ich glücklich bin, ich muss an meiner Pünktlichkeit arbeiten, ich muss besser auf mich aufpassen, mich besser um meinen Körper kümmern", dann geht mich das etwas an, es ist meine Angelegenheit. Wenn ich mir Sorgen über Erdbeben, Überschwemmungen, oder den Zeitpunkt meines Todes mache, bin ich in Gottes Angelegenheiten involviert.

Und ich mag diesen Ansatz. Wir dürfen furchtbare Naturkatastrophen oder Verlust oder Angst vor unserer Endlichkeit unerträglich finden, wir dürfen diese Gefühle fühlen und verarbeiten aber mir gefällt der Ansatz persönlich sehr, dass wir uns klarmachen dürfen, nicht mit der Realität kämpfen zu können und deshalb, anhand des Beispiels der Angelegenheit uns viel gedankliches Leid ersparen.


Wenn ich gedanklich in deiner Angelegenheit bin, kann ich nicht in meiner eigenen präsent sein. Ich bin von mir selbst getrennt und frage mich, warum mein Leben nicht funktioniert, warum alles so schwierig ist und was alle anderen über mich denken.

Zu glauben, ich wüsste, was für andere das Beste ist? Da bewege ich mich nicht in meinen eigenen Angelegenheiten, ich mische mich in die Angelegenheiten anderer Leute ein.


Weiß ich, was das Richtige für mich ist? Das ist meine einzige Angelegenheit.

Wenn wir diese drei Arten von Angelegenheiten gut genug verstehen, um "im eigenen Business" zu bleiben, kann das stark befreien.

Wenn du dich das nächste Mal gestresst, beurteil und unwohl fühlst, frage dich, in wessen Angelegenheiten du dich gedanklich befindest, und vielleicht musst du ein bisschen lachen!


Hörst Du gerne Podcast? Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Stress und Wegen in ein neues Selbstvertrauen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'. Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.


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