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  • Karla Johanna Schaeffer

Drama vermeiden - Stress macht abhängig



In diesem Podcast (Calm is your Superpower) geht es viel darum, wie sich der Körper und das Nervensystem verhalten und was dies für Auswirkungen auf unsere Psyche hat.

Unser Körper, unsere Gene und das Nervensystem reagieren auf unsere Umwelt. Sie reagieren auf Stress (auf Gefahr), dabei auf reale und nur als solche wahrgenommene. Wenn wir keine reale Gefahr finden, ist es sogar möglich, diese zu erschaffen, mit reinen Gedankenszenarien und einem überaktivierten Nervensystem. Wir sind dann in einer Scheuklappensicht und erschaffen Szenarien, nur um unsere Sucht nach Stresshormonen zu stillen.


Das möchte ich ein bisschen genauer erklären.


Wenn wir an Sucht denken, beziehen wir sie automatisch auf eine Substanz oder ein Verhalten. So kennen wir die Sucht. Aber können wir von einem Gefühl süchtig werden?

Dr. Joe Dispenza, der amerikanische Arzt und Meditationslehrer definiert es so, dass man süchtig sein muss, wenn man seinen emotionalen Zustand nicht mehr kontrollieren kann.

Was bedeutet das?

Einfach ausgedrückt: Es ist chemische Reaktion im Gehirn, eine Kaskade von Chemikalien, die ausgelöst wird, wenn unser emotionaler Knopf gedrückt wird. Unsere Emotionen sind eine chemische Reaktion auf einen Stimulus. Sie sind die Sprache der Zellen und geben uns Feedback. Wir interpretieren die Ereignisse, die wir erleben und legen ein Denkmuster fest, das letztlich unsere Weltanschauung prägt.


Aber: Wir können uns auch darin üben, den Körper und das Gehirn zu beruhigen, wodurch das Gehirn mit einer neuen Chemikalie versorgt wird. Das Gehirn lässt neue Neuronen wachsen und die alten verschwinden.


So wie ich es verstehe, haben wir in unserem Körper ein Stop-Or-Go-System, das autonome Nervensystem. Es funktioniert so, dass es entweder auf Hochtouren läuft, um zu handeln, oder es verlangsamt sich, um sich auszuruhen. Um eine Auto-Metapher zu verwenden: Manchmal treten wir auf das Gaspedal, um uns zu mobilisieren und um Ressourcen und Energie zu erhalten. Das nennt man die sympathische Reaktion.

Das Gegenteil wirkt wie eine Bremse und wird als parasympathische Reaktion bezeichnet. Dabei verlangsamt sich der Körper, um sich auszuruhen und zu verdauen. Wenn wir richtig funktionieren, kümmert sich dieses System sehr gut um uns, aber es gibt auch Momente, in denen es nicht funktioniert.


Nimm einmal an, im Rückspiegel siehst Du ein Polizeiauto, dass Dich herüber winkt. Da würde sich wahrscheinlich Dein Puls beschleunigen. Dein Körper würde vermutlich leicht in Panik geraten, auch wenn Du deinen Führerschein, Deine Versicherung und den Fahrzeugbrief bei Dir hast und Du eigentlich nichts falsch gemacht hast. Es würde bei Dir vermutlich dennoch eine automatische Stressreaktion hervorgerufen werden, die Dir das Gefühl gibt, wegzulaufen zu wollen. Das ist eine sympathische Reaktion, die d

Dir Energie gibt, um zu rennen, zu kämpfen, Dich zu verteidigen und Dich aus „der Gefahr“ zu befreien.


Das geschieht automatisch, und das ist meistens eine gute Sache!

Es ist offensichtlich, dass unsere Wahrnehmung von Dingen unser Nervensystem beeinflusst. Die Herausforderung besteht darin, dass wir uns manchmal zu lange in diesem Erregungszustand befinden können. Wir erleben weiterhin einen Überlebensmodus, nachdem die wahrgenommene Bedrohung verschwunden ist. Wie alles, was im Übermaß vorhanden ist, kann es ein Problem sein, zu lange in diesem Zustand zu bleiben.

Auf der anderen Seite verfügt unser Körper über die so genannte parasympathische Reaktion, und das ist der Punkt, an dem sich die Dinge abschwächen.

Dies ist eine Funktion, bei der sich der Körper ausruhen, verdauen, reparieren und heilen kann.


Nehmen wir an, wir bleiben in dieser sympathischen Reaktion, im Fight-or-Flight-Modus und verbrauchen lebenswichtige Energie, die unter anderem für unser Immun-, Verdauungs- und endokrines System verwendet werden sollte. Wir verpulvern diese einfach.


An dieser Stelle sagt Dr. Joe Dispenza: "Aus psychologischer Sicht erzeugt eine Überproduktion von Stresshormonen die menschlichen Emotionen Wut, Angst, Neid und Hass, ruft Gefühle von Aggression, Frustration, Angst und Unsicherheit hervor und führt dazu, dass wir Schmerzen, Leiden, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Depressionen erleben."

Wenn wir uns unserer Fehler immer wieder vor Augen führen, die Dinge, die nicht funktioniert haben und in denen wir nicht gut genug waren, all das verstärkt die Stressreaktion, all das macht uns kleiner und kleiner.

Und aus diesem Grund sagt er, dass die meisten Menschen, ihre meiste Zeit mit negativen Gedanken und Gefühlen verbringen und dass wir unter Stress unser Leben und die Umwelt massiv anders wahrnehmen.

Wir werden ein bisschen von der äußeren Welt absorbiert, weil diese Stresshormone uns zwingen, nur noch auf Dinge zu achten, die wir noch erledigen müssen, oder auf Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, auf unsere Körperteile, die nicht so sind wie wir es wollen, auf unser Gewicht, unser Aussehen und unseren Erfolge im Vergleich zu anderen. Unser Blick richtet sich auf all das, was schlecht ist und nicht funktioniert. Was sozusagen hoffnungslos erscheint. Diese wettbewerbsorientierte Denkweise des Überlebens führt dazu, dass wir uns auf diesen Punkt 0,0001 Prozent konzentrieren, anstatt auf die 99,99999% der Realität. Das ist die Scheuklappensicht.


Wir fühlen uns im Mangel, nehmen uns als mangelhaft wahr und trauen uns nichts mehr zu.

Je mehr wir unter dem Einfluss dieser Stresshormone leben, desto mehr wird unser chemischer Rausch zu unserer Identität. Wir beschränken uns darauf, uns nur noch mit unseren eigenen veränderten physischen Sinnen wahrzunehmen. Das Problem ist, je mehr wir unsere eingeschränkten Sinne benutzen, um unsere Realität zu definieren, desto mehr erlauben wir auch unseren Sinnen, unsere Realität zu bestimmen.


Mit dem neurogenen Zittern der TRE Methode versucht wir diese reflexhaften Regelkreise zwischen Reiz und Reaktion wieder zu normalisieren. Es biete die Möglichkeit den Stress abzureagieren. Wir arbeiten mit dem Körper und entspannen ihn durch die Methode und wir erfahren uns anschließend selbstbewusster, klarer, ausgeglichener, zukunftsorientierter, belastbarer, lösungsorientierter, konsequenter und bestimmter.


Hörst Du gerne Podcast? Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Stress und Wege in ein neues Selbstvertrauen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'. Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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