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  • Karla Johanna Schaeffer

Emotionale Eigenverantwortung. Erschaffe Dein Gefühl.


In diesem Blogbeitrag geht es darum, wie wir absichtlich Gefühle kreieren und in uns hervorrufen können. Jedes Gefühl. Kannst du absichtlich in dir entwickeln. Ist das nicht fantastisch?


Zuallererst möchte ich sagen, dass wenn du irgendeine Art von innerer Arbeit, emotionaler Arbeit oder eben Arbeit mit deiner Psyche und deinem Körper tust, du dich nicht in der Vorstellung verfängst, dass wir immer glücklich sein sollten. Dass das Leben immer einfach und leicht und voller Freude sein sollte. Denn wenn wir uns in dieser Vorstellung verhaken und wenn wir uns berechtigt fühlen ein Leben zu haben, das die ganze Zeit reine Glückseligkeit ist, geraten wir in einen Prozess des Widerstands gegen bestimmte Gefühle.


Das heißt, wir erleben unsere negativen Emotionen nicht vollständig, aber wir erleben auch unsere positiven Emotionen nicht vollständig, weil wir uns nicht erlauben voll und präsent da zu sein und wirklich alles mitzukriegen.

Wir müssen also zuallererst in uns die Fähigkeit entwickeln, unsere Gefühle zu fühlen. Die schönen, leichten - die wir uns alle wünschen - und die schwierigen, nervigen, schambesetzten, ängstlichen, frustrierenden und die traurigen, die einfach auch dazu gehören.

Alle unsere Gefühle sind Teil des Ganzen. Es gibt kein Gefühl das du erlebst, das nicht sein sollte oder das bedeutet, irgendetwas in deinem Leben sei furchtbar schief gelaufen.


Glückliche Menschen sind nicht Menschen die sich nur noch gut fühlen. Sondern sie sind fähig die schwierigen Gefühle als Teil des Ganzen und als Wegweiser zu nehmen, statt von ihnen paralysiert und überwältigt zu werden und stecken zu bleiben.

Es sind unsere Gefühle, die uns am Leben teilhaben lassen und die unser inneres Leben kontrollieren. Trotzdem sind wir oft sehr unbewusst in unseren Gefühlen.

Was fühlst du eigentlich?


Unsere Kultur hat uns ein Verkrampfen und Unterdrücken beigebracht, wenn es darum geht Gefühle zu zeigen. Wenn wir nicht gelernt haben, über diese Gefühle zu sprechen oder sie überhaupt wahrnehmen zu können, sind wir, wie ich finde fast abgeschnitten von uns selber.


Eine Emotion bedeutet, dass du einen Gedanken denkst (bewusst oder eben häufig unbewusst), der ein Gefühl verursacht, welches du dann in deinem Körper fühlst.

Um nun bewusst ein Gefühl zu erschaffen, müssen wir zuerst unsere verschiedenen Gefühle - eben auch die schwierigen - akzeptieren, dass sie dazugehören. Und wir müssen in der Lage sein ein Gefühl, sagen wir das Gefühl der Frustration genauso fühlen zu können und da sein lassen zu können, wie ein einfacheres Gefühl.


Wir brauchen also generell die Kapazität zu fühlen und ein Gefühl auszuhalten, ohne zu denken, es wäre das schlimmste auf der Welt.

Ich erlebe es häufig in meiner Arbeit, dass Menschen sagen, sie kommen gar nicht an ihre Gefühle heran. Sie schaffen es nicht eine Scham oder eine Frustration oder ein Nicht-gut-genug-sein zu fühlen, weil sie es fast nicht aushalten können. Natürlich ist dieses Wegdrücken und im Widerstand-sein das komplette Gegenteil von Frieden. Nur weil wir ein Gefühl nicht fühlen wollen, heißt es nicht, dass wir es wegmachen können.


Aber wenn ich ihm erlauben kann gefühlt zu werden - und das entsteht immer und immer wieder auf der TRE® Matte -, dass Erlauben des Gefühl einer Demütigung zum Beispiel, in deinem Körper zu fühlen und die Vibration des Gefühls im Körper in bestimmten Stellen zu fühlen, passieren zwei Dinge.

Einmal merken wir, dass nichts Schlimmes passiert. Dass sich nicht die Erde auftut, uns verschluckt oder wir explodieren. Sondern dass es nur ein Gefühl, eine Vibration in unserem Körper ist, die sich, wenn sie gefühlt wird, verändert und geht.


Zweitens macht es uns möglich anschließend ein neues Gefühl zu fühlen, weil wir das vorherige Gefühl ‚durchgefühlt‘ haben und Platz geschaffen haben. Wir konnten mit ihm sein. Endlich konnten wir ein Gefühl wirklich fühlen, an das wir vorher nicht herangekommen sind.


Viele Menschen gehen durchs Leben mit dem Gefühl als würden sie mit einer gewissen Entfernung zu ihrem Körper und zu ihrem Gefühl existieren. Auf Distanz zu sein. Sie wissen, wie sie Gefühle vermeiden, wie sie sie wegdrücken. Aber sein Gefühl tatsächlich zu erfahren, ist eine andere Geschichte.

Deine Ängste sind häufig dein Widerstand gegen den Prozess etwas so wie es ist zu akzeptieren. Es ist ein Verlangen nach einer Kontrolle, von der du dir mehr und mehr bewusst wirst, dass du sie nicht hast.

Dein Genervt-sein ist deine unterdrückte Ohnmacht oder Wut. Deine Depression, (biologische Faktoren natürlich ausgenommen), ist alles, was an die Oberfläche kommt und dass du nach unten wegdrückst, um es zu vermeiden.


Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du so nicht weitermachen kannst, weil du etwas wichtiges verpasst indem du von deinen Gefühlen abgeschnitten bist und du dich festgefahren und verloren fühlst, dann hilft es zu erkennen, dass du deine Gefühle nicht ändern musst, sondern du lernen musst dich in sie hineinzuversetzen und zu fühlen.


Soo, das ist die Übung. Das ist emotionale Verantwortung. Mit einem Gefühl zu sein. Ohne andere dafür verantwortlich zu machen.

Jemand sagt etwas zu uns und das schlimmste, das passieren kann ist ein Gefühl, das wir in uns entstehen lassen und fühlen.


Um es etwas einfacher zu machen, denn schwierige Gefühle sind nicht schön in dem Moment, kannst du dir Fragen stellen wie:

Wo fühlst du dieses Gefühl in deinem Körper. Wo sitzt es? Wie fühlt es sich an? Stechend? Dumpf? Heißt? Kalt? Brennend? Welche Konsistenz hat es? Welche Farbe? Welche Temperatur?


Nun möchte ich beschreiben, wie wir absichtlich ein bestimmtes Gefühl fühlen können, das wir uns wünschen.

Sagen wir du wünschst dir dich selbstbewusster, freudiger und motivierter zu fühlen. Nehmen wir speziell ‚selbstbewusster‘. Vielleicht um sicherer, natürlicher und authentischer aufzutreten.

Dann frage dich jetzt: ‚Was muss ich denken, um das Gefühl des Selbstbewusstseins in mir aufzurufen?‘

Welchen Gedanken bräuchtest du dafür?

Vielleicht ein Gedanke wie: ‚Niemand da draußen ist wie ich, ich bin einzigartig und kann einen ganz besonderen Beitrag leisten, wenn ich mich so zeige, wie ich bin.

Meine Meinung und Arbeit haben Gewicht und sie werden von mir und anderen geschätzt. Ich glaube an mich. Wenn andere es können, kann ich es auch. Ich habe die Stärke und das Wissen in mir, den Wunsch und die Überzeugung in mir, die ich brauche, um zu erreichen was ich mir wünsche. Und ich bin bereit es zu versuchen, bis ich es erreich habe.‘


Nur als Beispiel. Wenn ich diese Gedanken glaube, fühle ich mich sehr viel selbstbewusster. Du auch?

Also musst du für dich herausfinden, welche Gedanken ein Gefühl des Selbstbewusstseins in dir hervorrufen.


Wenn wir bereit sind uns darin zu üben vertrauenserweckende und hoffnungsvolle Gedanken zu denken, werden wir konsequent unser eigenes Vertrauen erschaffen.

In einer früheren Podcastfolge habe ich von der Gedankenleiter gesprochen, die es einfacher macht zu hilfreichen Gedanken zu finden. 7 Wege, um deinem inneren Kritiker zu begegnen.


Und klar, die anderen, die alten Gedanken werden immer wieder aufploppen.

‚Oje, ich kann es vielleicht doch nicht. Oje, keiner mag mich.‘ Und trotzdem übst du weiter.


Betrachten dein Gehirn als eine sehr formbare Superautobahn von Nervenbahnen. Diese Autobahn wird mit neuen Gedanken, die wir wiederholen und üben, breiter und fester.

Wenn du wirklich gut darin bist, Gefühle des Zweifels zu erzeugen, bedeutet das, dass du sehr gut darin bist Gedanken zu denken, die dich an dir zweifeln lassen.

Wenn du jetzt mit sehr kraftvollen neuen ‚Ich glaube an mich‘-Gedanken ankommst, wird dein Gehirn verwirrt sein und sagen: ‚Das ist unangenehm, das ist neu, ich glaube das nicht wirklich, ich weiß nicht, ob ich das denken kann, weil ich es nicht geübt habe.‘

Und das ist, wo die Praxis ins Spiel kommen muss. Du musst dich konsequent dafür entscheiden, auf eine Art und Weise zu glauben und zu denken, die dir Vertrauen verschafft.

So einfach und so schwer ist das.


Frag dich, was müsstest du fühlen, um den Schritt gehen zu können, den du dir wünschst? Dann fragst du dich, was müsstest du denken, um dich so zu fühlen, um den Schritt gehen zu können, den du dir wünschst? Und wessen Verantwortung ist es diese Gedanken und Gefühle zu entwickeln?


Wie kannst du positive Gefühle erzeugen? Indem du viele dich ermutigende, stärkende Gedanken denkst. Und nun schließt sich der Kreis, denn dann fühlst du diese ermutigenden Gefühle genauso bewusst, wie vorhin die schwierigen Gefühle in deinem Körper.

Ich sage dir aus voller Überzeugung: Das kraftvollste, mächtigste Tool das du besitzt, um mit Erfahrungen umzugehen und um neue stärkende Gefühle und Veränderungen zu initiieren, ist dein Körper und dein Gehirn. Bist Du!


Emotionale Intelligenz ist nicht, wie selten du etwas ‚Schlechtes‘ fühlst, weil du die Disziplin entwickelt haben, ‚es nicht zu fühlen.‘ Es wegzudrücken.

Echte emotionale Reife ist, wie gründlich du dich etwas fühlen lässt. Alles. Was auch immer kommt. Es ist einfach das Wissen, dass das Schlimmste, was passieren kann... am Ende des Tages nur ein Gefühl ist.


Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zur Persönlichkeitsentwicklung gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.


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