Warum Du viele Deiner Pläne nach 2 Wochen wieder aufgibst



Wenn es Dir wie den meisten Menschen geht, dann hast Du wahrscheinlich schon viel mehr Pläne geschmiedet, als am Ende auch umgesetzt.

Es ist menschlich eine Problemlösung gedanklich zu entwickeln, eine super Idee und diese dann wieder aufzugeben, wenn wir die Unbequemlichkeit spüren, die Sache tatsächlich auch umzusetzen. Oder kontinuierlich den Einsatz zu bringen, den die Umsetzung braucht. Das unangenehme Gefühl, wenn etwas mehr Mühe und Einsatz erfordert, als wir in dem Moment geben möchten, kennen wir alle.


Die meisten Deiner Pläne lösen sich innerhalb von 14 Tagen wieder auf, und Du merkst meist gar nicht, wie oder dass es passiert. Ja was ist passiert? Du hast Dich selbst sabotiert.


Wir nehmen uns Dinge vor, wenn wir am höchsten Punkt einer Unzufriedenheit sind.

Wenn wir uns dann beruhigt haben, lassen wir den Plan wieder fallen.

Wir stehen vor dem Spiegel und sind unzufrieden mit uns. Also schmieden wir den Plan der Ernährungsumstellung oder des Trainingsplans. Wenn das Bankkonto leer ist, machen wir den Plan ein Haushaltsbuch zu führen oder mehr Geld zu verdienen. Wenn wir uns unproduktiv fühlen, machen wir den Plan um 6 Uhr morgens aufzustehen und mehr Organisation zu leben.

Wir setzen uns also ein Ziel, um das Gefühl in uns zu erschaffen, dieses Problem damit lösen zu können. Es fühlt sich gut an, einen Plan zu haben. Um an mehr Geld zu kommen, um uns gesund zu halten oder um effektiver zu arbeiten. Eine Lösung für einem Problem fühlt sich gut an, es schafft Erleichterung. Auch wenn die Lösung erst einmal nur gedanklich da ist, denn gelöst ist es an diesem Punkt noch nicht.


Ziele werden entwickelt, angefangen und über den Haufen geschmissen, durch den folgenden Ablauf:


Eine Problem/eine Unzufriedenheit wird festgestellt.


Du stellst fest, das etwas nicht stimmt oder sich nicht mehr gut anfühlt. Vielleicht gibst Du mehr Geld aus als gewöhnlich oder Du fühlst Dich dick und lethargisch. Du bist unzufrieden mit einem Umstand in Deinem Leben.


Deine Unzufriedenheit wächst allmählich.


Je weniger Du in Aktion trittst, desto mehr Unzufriedenheit wird ausgelöst. Trotzdem schaffst Du es immer noch, Deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken und Dir einzureden, dass es kein wirkliches Problem gibt.


Dann passiert etwas und es wird ein Höchststand an Unzufriedenheit ausgelöst.


Irgendwann erfahren wir einen Trigger Moment und das Fass läuft über. Das Problem rückt in den Vordergrund. Du musst jetzt all die Gefühle fühlen, die Du versucht hast zu vermeiden und Du kannst das Problem nicht länger ignorieren.


Wenn du dort angelangt bist, machst du Dir endliche einen Plan, wie Du aus der Misere herausfindest.


Du verpflichtest dich, eine Veränderung vorzunehmen. Dich zu verändern, weil Du so länger nicht leben kannst und möchtest. Du beginnst Deinen Plan umzusetzen. Und nach ein paar Tagen erreichst Du den Punkt, die Unzufriedenheit in einem bestimmten Maße wieder aushalten zu können.

Wenn verzweifelte Gefühl nachlässt weil Du Deinen Veränderungsplan für ein paar Tage umsetzt, kommt Dir der Gedanken, dass das Problem eigentlich gar nicht mehr so richtig besteht. Du bist mittlerweile schon an einem gemäßigteren Punkt der Unzufriedenheit angekommen.

Das verzweifelte Gefühl, dass Deinen Plan ausgelöst hat wird durch die leichte Unzufriedenheit Deiner Einsatz Erbringung ersetzt. Veränderung ist anstrengend. Du fühlst Dich ein wenig besser, aber Einsatz ist auch lästig. Um dieses lästige Gefühl zu betäuben, fällst Du immer öfter wieder in Deine alten Verhaltensmuster zurück.

Und jetzt steckst Du fest.


Weil Du zwei koexistierende Verlangen in Dir hast. Auf der einen Seite willst Du eine Verhaltensweise verändern und auf der anderen Seite nutzt Du das alte Verhalten als Bewältigungsmaßnahme für die immer noch wahrnehmbare leichte Unzufriedenheit in Dir.

Du steckst in einem Muster fest, weil Du diese alte Verhaltensweise nicht loslässt, die Du eigentlich nicht mehr willst.


Dann gibt es wieder einen neuen Trigger Punkt, der maximale Unzufriedenheit auslöst und der Kreislauf beginnt von neuem.


Je öfter diese Abfolgen sich wiederholen, desto besiegter und hoffnungsloser fühlen wir uns. Unser Unterbewusstsein reagiert auf diese Unbeständigkeit, indem es eine neue Zielsetzung sabotiert. Du hast ihm ja schon so oft vorgemacht, dass Du Deine Pläne sowieso wieder abbrichst. So sabotieren wir uns selber.


Hier ein kleiner Impuls zum Lösungsansatz:


Was soll ich tun?

Alles verändert sich. Alles fühlt sich seltsam an. Keiner weiß, was als nächstes passiert. Und in dem ganzen Wirrwarr fragst Du Dich: Was soll ich tun?


Es gibt zwei Teile in Dir, die das wissen.

Lass sie uns Adler und Maus nennen.

Der Adler kann sehr hoch aufsteigen und Dein Leben mit Weitblick sehen. Er kann sehen wo Du warst. Er kann sehen, wo Du hinwillst.

Verbinde Dich mit ihm, indem Du fragst: Womit möchte ich die Welt verändern, dadurch dass ich auf ihr gelebt habe?

Wenn Du dieses Ziel mit Deinen Adleraugen sehen kannst, schreib es Dir auf. Markiere Dir den Punkt am Horizont.

Jetzt werde zu Deinem Maus-Selbst. Es kann nicht so weit sehen, aber es weiß, was direkt vor Dir liegt.

Frag es: Was ist der kleinste Schritt, den ich jetzt gehen kann, um mich zu meiner Adler-Vision zu bewegen?

Schreib Dir auch das auf. Maus-klein. Je kleiner unsere Schritte sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir unsere Ziele erreichen.

Mach heute einen Mauseschritt in Richtung Deiner Adler-Vision.

Mach morgen einen weiteren.

Wir haben oft Angst vor dem Scheitern unserer Pläne, weil wir nicht gelernt haben, wie man ein Ziel verfolgt und sich darauf festlegt. Das nämlich ist ein lebenslanger, permanenter Einsatz zur Veränderung. Wirkliche Veränderung ist nicht etwas, das wir tun bis wir einen bestimmten Punkt erreicht haben. Sondern etwas, das wir jeden Tag tun, vielleicht bis zum Rest unseres Lebens. Es ist ein Einlassen darauf, dass es kein wirkliches Ende gibt.

Am Ende des Tages ist ein Erreichen eines Ziels das Resultat von täglichem Einsatz und dem Vertrauen darauf, dass es einen Prozess gibt, der sich immer weiter entfalten wird.


Neue Gewohnheiten und eine neue Identität zu kreieren ist nicht leicht. Aber in Selbstsabotage festzustecken eben auch nicht. Und wir können uns für unser ganz persönliches ‚kleineres Übel‘ entscheiden. Wenn wir uns wirklich auf Veränderung einlassen, wie wir eben gelernt haben: in kleinen Schritten, ein Leben lang.


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Diesen Beitrag und mehr Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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© 2020 Johanna Schaeffer

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