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Den Körper wieder hören: Wie die TRE-Methode den Psoas – den „Muskel der Seele“ – befreit

  • Autorenbild: Karla Johanna Schaeffer
    Karla Johanna Schaeffer
  • vor 13 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir funktionieren, obwohl innerlich alles angespannt ist. Wir tragen Verantwortung, gehen durch Verluste, Veränderungen oder lange Phasen von Stress – und oft merken wir erst viel später, dass unser Körper all das mitgetragen hat.

Die Sprache des Körpers ist leise.Doch sie spricht ständig.


Verspannte Hüften. Ein flacher Atem. Ein Gefühl von innerer Unruhe, das sich nicht „wegdenken“ lässt. Viele Menschen suchen dann nach Entspannung – und entdecken dabei die TRE-Methode (Tension & Trauma Releasing Exercises): eine sanfte, natürliche Möglichkeit, gespeicherte Spannungen über neurogenes Zittern zu lösen und wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen.


Im Zentrum dieses Prozesses steht ein besonderer Muskel: der Psoas.



Der Psoas – der „Muskel der Seele“


Tief im Inneren unseres Körpers verläuft der Psoas, der die Wirbelsäule mit den Beinen verbindet. Anatomisch ermöglicht er uns das Gehen, Aufrichten und Stabilisieren. Doch seine Bedeutung geht weit darüber hinaus.


Der Psoas ist eng mit unserem Stress- und Überlebenssystem verbunden. Immer wenn wir Gefahr wahrnehmen – real oder emotional –, spannt er sich reflexartig an. Dieses Muster stammt aus uralten Zeiten: kämpfen, fliehen oder erstarren.


Wenn Stress, Angst, Überforderung oder emotionale Belastungen länger anhalten, bleibt diese Spannung oft im Gewebe bestehen. Der Körper speichert, was der Verstand vielleicht längst „abgehakt“ hat.


Alte Traditionen nannten den Psoas deshalb den „Muskel der Seele“ – weil sich in ihm unsere tiefsten Erfahrungen, Gefühle und Schutzreaktionen widerspiegeln.



Eine kleine Geschichte aus der Praxis

Sabine kam nach einer intensiven Lebensphase zu TRE. Jobwechsel, Trennung, ein Umzug – „Ich habe viel erreicht“, sagte sie. „Die letzten Jahre waren sehr fordernd und obwohl ich so vielgeschafft und verändert habe, bin ich ständig angespannt. Als würde ich innerlich nie zur Ruhe kommen.“


Während der ersten TRE-Session begann ihr Körper nach kurzer Zeit sanft zu zittern – zuerst in den Beinen, dann tief im Beckenbereich. Danach lag sie still auf der Matte und sagte überrascht:


„Es fühlt sich an, als hätte mein Körper etwas losgelassen, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es festhalte.“


In den folgenden Wochen berichtete sie von besserem Schlaf, tieferem Atem und einem neuen Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper.

TRE hat nichts „gemacht“.Ihr Körper durfte einfach tun, was er von Natur aus kann: Spannung entladen und ins Gleichgewicht zurückfinden.



Warum der Psoas nach schwierigen Lebensphasen besondere Aufmerksamkeit braucht



1. Er speichert chronische Stress- und Schutzmuster

Nach belastenden Zeiten bleibt der Körper oft im „Alarmmodus“. Ein verspannter Psoas hält das Nervensystem in einer unterschwelligen Wachsamkeit.Durch die TRE-Methode kann sich diese tiefe muskuläre Spannung lösen – das Nervensystem erhält das Signal: Du bist jetzt sicher.


2. Er beeinflusst Faszien, Haltung und innere Beweglichkeit

Der Psoas ist Teil eines großen faszialen Netzwerks. Wenn er dauerhaft angespannt ist, entstehen häufig:

  • Hüft- und Rückenschmerzen

  • eingeschränkte Beweglichkeit

  • flacher Atem

  • ein Gefühl von innerer Enge

TRE hilft, die Faszien sanft zu lockern, die Durchblutung zu verbessern und dem Körper wieder mehr Geschmeidigkeit und Raum zu geben.


3. Er öffnet den Zugang zur Körperwahrnehmung

Nach emotional herausfordernden Phasen verlieren viele Menschen den Kontakt zu den Signalen ihres Körpers.TRE unterstützt dabei,

  • wieder feiner zu spüren

  • Grenzen wahrzunehmen

  • Bedürfnisse früher zu erkennen

  • Vertrauen in die eigene Körperintelligenz aufzubauen

Der Körper wird vom „Problemträger“ wieder zum Verbündeten.



Die Weisheit des Körpers wiederentdecken


Das neurogene Zittern, das bei TRE entsteht, ist kein ungewöhnliches Phänomen – Tiere nutzen genau diesen Mechanismus, um nach Stress wieder in Balance zu kommen. Wir Menschen haben diese Fähigkeit ebenfalls, wir haben nur verlernt, sie zuzulassen.

Wenn der Psoas loslassen darf, berichten viele von:

  • tiefer Entspannung

  • emotionaler Stabilität

  • mehr Erdung und Präsenz

  • einem Gefühl von innerer Sicherheit


Es ist, als würde der Körper sagen: Ich habe dich die ganze Zeit getragen. Jetzt darf ich auch loslassen.


Eine Einladung

Die TRE-Methode ist keine Technik des „Machens“, sondern eine Praxis des Zuhörens.Zuhören, was der Körper erzählt.Zulassen, dass er Spannungen in seinem eigenen Rhythmus löst. Und Schritt für Schritt zurückfinden zu mehr Ruhe, Beweglichkeit und innerer Verbundenheit.

Gerade nach intensiven Lebensphasen kann TRE ein liebevoller Weg sein, den eigenen Körper wieder als sicheren Ort zu erleben.


Vielleicht ist jetzt der richtige Moment, die Sprache deines Körpers neu zu entdecken –und dem Muskel der Seele zu erlauben, endlich loszulassen.







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