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So kannst Du mit schwierigen Gefühlen umgehen


Mit schwierigen Gefühlen umgehen Karla Johanna Schaeffer

Wenn wir uns unsere vielschichtige Gefühlswelt einmal als Kleiderschrank vorstellen, dann hängen unsere Gefühle nicht sauber und perfekt geordnet und gut sortiert auf den Kleiderbügeln. Sondern zumindest in meinem Kleiderschrank mischen sich wild neue, alte, passende und nicht mehr passende, zu kleine, zu große und und genau richtige Gefühle durcheinander.

Wir können aber unsere Gefühle ein bisschen ordnen und alte auch mal aussortieren, die uns nicht mehr so richtig passen.

Wenn wir keine Inventarliste unserer Gefühle führen, also uns nicht wirklich bewusst werden was die Gefühle sind, die wir tagein und tagaus fühlen, dann kommt das fast einer Fremdsteuerung gleich.

Vor allem geht es um die schwierigen Gefühle. Scheibe dir auf, was die konkreten Gefühle sind, die du in vielen Situationen fühlst. Unsicherheit? Überforderung? Durcheinander-sein? Überrumpelt-fühlen? Traurigkeit? Unzufriedenheit? Ausgenutzt-fühlen?

Wenn du aufs Papier bringen kannst, was du oft denkst, dann kannst du deine Emotionen besser nachvollziehen. Du kannst dokumentieren wenn Menschen oder Situationen bestimmte Gefühle in dir triggern und somit die Warnsignale für starke Gefühlsausbrüche früher erkennen.


Unsere Gedanken lösen in uns ein Gefühl aus und unsere Gefühle bestimmen unser Handeln. Sie bestimmen wie wir Dinge angehen, wie wir uns selber und andere behandeln, wieviel wir uns zutrauen, wieviel wir umsetzen, letztendlich vielleicht auch wie erfolgreich wir sind.

Nochmal: Ein Gedanke wird zu einem Gefühl und ein Gefühl beeinflusst unser Handeln.


Wenn wir den Grund hinter unserem Handeln erkennen, bekommen wir ein besseres Verständnis über unsere Gefühle und wir können unsere Muster ändern. Ansonsten können uns Sorge, Frustration und Angst schnell überwältigen und wir verhalten uns vielleicht so, wie wir uns eigentlich nicht verhalten wollen.

Ich möchte dir ein paar Beispiele geben, wie festgefahrene Gedankenmuster aussehen können, da wir manchmal nicht wissen, dass wir in so einem Muster feststecken:


- Die Alles oder Nichts Mentalität: Wenn du im schwarz-weiß-Modus bist, gibt es keinen Raum für die Mitte. Alles was dann nicht perfekt ist, ist falsch und schlecht.


- Das Übergeneralisieren: Beim Übergeneralisieren bedeutet eine schlechte Erfahrung oder blöde Situation, dass es wiederholt und immer wieder so verlaufen wird. Wir verallgemeinern anhand einer schlechten Erfahrung.


- Mentales Filtern: Du filterst alle positiven Möglichkeiten heraus und fokussierst dich nur darauf, was im schlimmsten Fall passieren könnte.


- Voreilige Schlüsse ziehen: Du nimmst vorweg, wie jemand anderes auf dich reagiert und gehst von einem bestimmten Ergebnis aus. Alle weiteren Möglichkeiten sind für dich nicht existent.


- Aufblasen oder niedermachen: Du machst aus einem kleinen Fehler eine überdimensionale Sache und lässt all deine positiven Qualitäten außer Acht.


- Emotionale Argumentation: Du nimmst ein negatives Gefühl für voll und glaubst, dass deine Interpretation die Realität einer Situation widerspiegelt. Da wir aber alle durch unsere ureigene Brille auf das Geschehen blicken, gibt es für jeden von uns eine andere mögliche Wahrheit.


- Hätte & Sollte Aussagen: Du verwendest ‚Hätte‘ und ‚Sollte‘ um dir und anderen ein Schuldgefühl zu geben.


Mach dir bewusst, dass wenn du deinen Gefühle sozusagen auf die Schliche kommst, dass das nicht den Zweck hat deine Gefühle zu entkräften oder als nicht valide zu bewerten. Es ist nur ein Weg achtsamer zu sein, weshalb du sie erfährst und um die Blockaden aufzuspüren, die dich eventuell zurückhalten und mit denen du dich selber sabotierst.


Sobald du dir über bestimmte Gedanken und Gefühlsmuster klar wirst, kannst du Verantwortung übernehmen und diese verändern.

Die Selbstverantwortung war und ist für mich etwas, das ganz viel verändert hat. Um zu erkennen, dass meine Brille mit der ich auf die Welt blicke ganz bestimmte Gläser hat, dass ich nicht in einem luftleeren Raum lebe und dass der Andere immer auch ein Spiegelbild von mir selbst ist.


Bevor du ins Bett gehst, vielleicht als Teil deiner Abendroutine kannst du dir folgende Fragen stellen und einige der großen Gefühle des Tages reflektieren:

Gib deinem Gefühl einen Namen.

Was hat dieses Gefühl verursacht?

Was hat dieses Gefühl in dir ausgelöst, welche Handlung hast du vorgenommen, wie hast du dich verhalten?

Ist das Gefühl der Situation angemessen? Checke die Faktenlage.

Was kannst - und vor allem - was willst du ab jetzt in die Welt geben, das dann auf den verschiedensten Wegen zu dir zurück kommen kann?


Impulse:

Wenn du Angst vor der Bewertung eines anderen hast, ist das wahrscheinlich so, weil du auch manchmal andere Menschen bewertest. Im übrigen ganz normal.

Wenn du Angst hast zu versagen, ist das wahrscheinlich so, weil du auch manchmal die Leistung anderer Menschen abwertest. Kennt jeder von uns.

Wenn du Angst davor hast nicht gemocht zu werden, ist es wahrscheinlich, dass du auch manchmal andere Menschen ablehnst, um dich ein bisschen besser zu fühlen.

Das meinte ich mit dem Spiegelbild, das unser Gegenüber für uns ist.


Wenn wir ein niedriges Selbstbewusstsein haben, dann wird unser Blick fast eindimensional und unsere eigene Leidensgeschichte steht oft im Vordergrund. Wir nehmen nur wahr, wie wir behandelt werden, statt dass wir darauf achten können, dass es sich immer um eine Beziehung handelt. Nämlich wie wir uns für die Welt öffnen und wie die Welt auf uns reagiert.


Wir glauben, dass unser Selbstwert davon abhängt, wie andere uns behandeln und bestätigen. Wir lieben uns so weit wie andere uns geliebt haben, uns fehlt oft einfach ein gesunder Reference-Point. Wir glauben das die Anerkennung anderer uns ausmacht da wir nicht in unsrem Wert verwurzelt stehen. Wir glauben, dass wir nur so erfolgreich sind wie andere uns wahrnehmen oder nur so schön sind, wie andere uns das spiegeln, nur so gut sind, wie andere uns sagen, dass wir es sind.


Stattdessen ist das Gegenteil die Wahrheit. Wir dürfen den Wert wieder in uns selber fühlen. Und wie wir andere behandeln und wie wir auf andere Menschen reagieren, wird zum ultimativen Karma. Das Beste, dass du für dich und dein Selbstwertgefühl tun kannst, ist freundlicher, mitfühlender und großzügiger mit anderen Menschen umzugehen, weil es dir leichter gelingt dieses Mitgefühl auch dir selber entgegen zu bringen.

Das Beste, was du für deine Freude und dein Wohlgefühl tun kannst, ist mehr Freude an andere Menschen abzugeben. Aktiv und konsequent suchst du das Beste im Gegenüber, bis es zu einer Routine wird. Denn Freundlichkeit und Liebe ist etwas, das wir zuallererst in uns spüren und mit dem wir uns auch selber beschenken.


Ernstgemeinte Komplimente um andere um dich herum aufzubauen bringt all das auch zu dir zurück. Auch wenn dein Ego sich jetzt erst einmal dagegen wehrt. Dein möglicher Widerstand gegen dieses Konzept ist ein Zeichen für die Fehlwahrnehmung, dass Gefühle von außen entstehen, statt in dir. Dass dein Gefühl von anderen bestimmt wird.

Das Gegenteil ist wahr. Je mehr du andere liebst, desto mehr Freude entsteht in dir und die Liebe wird zu dir zurückfinden. Und nur mit dieser Fokusveränderung kannst du beginnen dein Leben und dich als genug zu sehen.


Ein wunderwunderbarer Weg um mit schwierigen Gefühlen umzugehen!


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Diesen Beitrag und mehr Impulse zur Persönlichkeitsentwicklung gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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