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  • Karla Johanna Schaeffer

(Angst)Gedanken sind körperlich.


Körpergedächtnis bei Traumatisierung Karla Johanna Schaeffer

Unsere Gefühle und unsere Gedanken haben starke Auswirkungen auf uns, weil sie physisch und energetisch mit unserem Körper über unser Immunsystem und Nervensystem verlinkt sind.

Über unser Körpergewebe und unsere Faszien werden Gedanken und Gemütszustände durch Körperempfindungen direkt in unseren gesamten Körper transportiert.

Genauso wie Körperhaltungen mit bestimmten Gefühlen gekoppelt werden.


Du kannst an dir beobachten, wie sich deine Körperhaltung verändert, wenn du Angst bekommst oder wenn du erschöpft und gestresst bist. Du stellt wahrscheinlich fest, dass du eher ein bisschen zusammengesunken sitzt oder stehst und du deine Körpervorderseite, sowie die lebenswichtigen Organe damit unbewusst gegen Angriff schützt.

Die leicht gebeugte, zusammengesunkene Haltung, die wir einnehmen wenn Überforderung und Angst unsere Gedanken beherrschen, wird in sofern vom Körper verifiziert, indem er Hormone produziert, die Stress im Körper auslösen und sich der Körper anspannt, verkrampft und wir die Angst umso mehr fühlen.

Herunterhängende Schultern beispielsweise, die auch mit Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit assoziiert werden, schicken die Biochemie von ‚Traurigkeit‘ durch deinen Körper.

Wenn du dich hingegen stark und ausgeglichen fühlst und super aufgelegt bist hingegen, ist deine Körperhaltung deutlich anders. Du stehst aufrecht, deine Brust ist frei, dein Hals lang, da du dich sicher fühlst.

Ein Lächeln schickt die Botschaft der Entspannung und des Wohlgefühls durch deinen Körper.


Alle unsere Gefühle, auch die, die unterdrückt und nicht gezeigt werden, haben körperliche Auswirkungen auf uns.

'Unausgelebte' oder 'ungefühlte' Gefühle bleiben im Körper stecken und sind kleine tickende Zeitbomben, da sie unweigerlich auch zu einer körperliche Reaktion führen.


Bewusstsein formt den Körper. Ich will damit sagen, Bewusstsein ist nicht nur im Kopf.

Ganz praktisch gesehen ist unser Bewusstsein der Teil von uns, der unsere Gedanken auswählt und lenkt.

Positive, wertschätzende und ‚pflegende‘ Gedanken schaffen eine gesunde Biochemie und gesunde Zellen im Körper, während Gedanken, die dir selbst und anderen schaden, gar nicht sonderlich gesund sind für uns.

Über einen langen Zeitraum hinweg prägen wir unseren Körper und unseren Gesundheitszustand mit gewohnten und immer gleichen Gedanken und Überzeugungen, die dann unser Verhalten, unsere weiteren Gedanken und Überzeugungen bestimmen.

Diese Gedanken und Glaubenssätze, ob nun gut oder schlecht, werden oft in der Kindheit festgelegt.

Um unser Leben und unsere innere Leichtigkeit zu verbessern und damit es uns wirklich und ganzheitlich gut geht, ist wichtig, die tatsächlich nahtlose Einheit zwischen unseren Überzeugungen, Gedanken, Verhaltensweisen, Gefühlen und unserer körperlichen und psychischen Gesundheit anzuerkennen.

Wenn du eine Erfahrung, ein aufkommendes Gefühl oder eine aufkommende Angst intellektuell, also mit deinem Verstand wahrnimmst, achte darauf, wie sie sich in deinem Körper anfühlt.

Wie und wo du sie fühlst. Welche Temperatur es hat. Welche Kontinenz. Wie fühlt sich dieses Gefühl an und wo sitzt es?

Im Bauch? In deiner Brust? im Nacken? Wir wechseln von einem schwierigen emotionalen Zustand hin zur Körperempfindung.


Etwas zu benennen, das für uns schwierig ist, etwas das uns negativ beeinflusst hat – und auch klar auszudrücken, was das unerfüllte Bedürfnis ist, das damit einher geht, ist Teil davon, uns von schwierigen Erfahrungen zu erholen.

Oft kommen wir nicht über Erlebtes hinweg, bis wir uns erlauben zu fühlen, wie schlimm, wie unangenehm, wie schrecklich und wie schwer die Erfahrung gerade ist (oder in der Vergangenheit war).

Wenn du dieses Fühlen eine unangenehmen Gefühls, vielleicht einer Angst oder Frustration oder Scham schaffst, wirst du merken, dass sich etwas verändert. Gefühle brauchen unsere Aufmerksamkeit. Sie möchten gefühlt werden, damit sie gehen können.

Du setzt emotional und körperlich Energie frei, die feststeckte, die eingesperrt, ignoriert und abgelehnt wurde, für eine gewisse, manchmal für eine lange Zeit.


Wenn wir uns trauen uns tatsächlich genauso zu fühlen, wie wir uns fühlen, ohne Wegdrücken, ohne Beurteilung, dann machen wir uns und diese Energie wieder frei.

Nur dann können wir dorthin weiter gehen, wo wir gerne hin möchten. In Richtung Freiheit.


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