3 Mythen bei Angstzuständen


In diesem Blogpost geht es um drei Mythen bei Panikattacken und Angstzuständen, deren Aufklärung aus meiner Sicht einen großen Unterschied machen, wenn Du in einer Angstsituation bist und damit besser umgehen willst.

Der erste Mythos

In Phasen in denen wir Panikattacken oder akute Ängste erleben, sind wir oft davon überzeugt, dass wir von nun an ein Leben lang damit umgehen müssen.

Rein biologisch haben Angst und Panik nur eine Aufgabe, nämlich uns zu schützen.

Angst kommt dann – und nur dann – wenn sie uns etwas sagen oder zeigen will.

Allerdings können wir lernen, das autonome Nervensystem so zu beruhigen, dass es nicht zur Explosion oder Überschwemmung wie eben einer Panikattacken kommen muss.


Durch Körpertherapien haben wir die Möglichkeit, das Nervensystem so zu beruhigen und 'zurückzusetzen', 'zu resetten', dass der Körper keine Gefahrensignale mehr an das Gehirn schickt, wenn keine Gefahr besteht und wir uns endlich sicher in unseren Körpern, in uns, fühlen können.

Der Gedanke oder die Angst, sie käme immer wieder, wenn man einmal eine Angststörung hatte, ist tatsächlich falsch. Angstzustände müssen Dich nicht ein Leben lang begleiten.

Panikattacken schnell besiegen müssen. Das ist wahrscheinlich einer der Mythen, der dafür sorgt, dass Menschen ihre Panikattacken nie besiegen. Panikattacken sind aus einem bestimmten Grund da. Nämlich Beachtung. Sie sind häufig ein Symptom, für etwas das jahrelang ignoriert wurde und nun endlich Aufmerksamkeit möchte.

Beginne bei Deinem Angstbewältigungstraining nicht damit, dass Du Dir vornimmst, keine Angst mehr zu haben. Sondern damit, dass Du Entscheidung triffst, die gut oder vielmehr besser für Dich sind.

Der zweite Mythos

Panikattacken sind lebensgefährlich bzw. man kann das Bewusstsein verlieren. Das war tatsächlich eine große Angst bei mir. Die Angst davor ohnmächtig zu werden bei einer Panikattacke.

Wer das erste Mal eine Panikattacke hat, denkt vielleicht an irgendetwas Schlimmes, eine schlimme Krankheit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Du könntest sogar denken, Du stirbst gerade.

Zwei Prozent der Deutschen haben laut dem Robert Koch Institut eine Panikstörung. Wissen aber nicht unbedingt, was gerade mit ihnen passiert. Die meisten halten die Symptome für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Schwitzen, Herzrasen, Druck- und Engegefühle im Brustbereich in Zusammenhang mit Erstickungsängsten, Schwindel und Benommenheit mit der Folge von Ohnmachtsangst, Entfremdungsgefühle und auch die Angst verrückt zu werden. Das sind alles Symptome einer Panikattacke.

So eine Panikattacke dauert ungefähr 20 Minuten und einfach jeder Mensch kann mal eine Panikattacke erleben.

Fakt ist, dass viele der mentalen Fähigkeiten beeinträchtigt sind, wenn Stresshormone im Körper ansteigen.

Wenn wir aber Methoden finden und nutzen, um die innere Anspannung, ausgelöst durch Stresshormone, lösen können, dann beeinflusst das maßgeblich auch die mentale Verfassung.

Sie fühlen sich zwar schrecklich an, es ist aber noch niemand an einer Panikattacke gestorben. Die Fehlverknüpfung im Gehirn sorgt dafür, dass der Körper glaubt in einer lebensbedrohlichen Situation zu stecken und schüttet deshalb alle Hormone aus, die er in einer Stresssituation ausschütten kann. Es bleibt aber lediglich eine Fehlverknüpfung, der Körper reagiert auf Gefahr, auch wenn keine reale Gefahr da ist.

Die Angst davor ohnmächtig zu werden und die Kontrolle komplett zu verlieren ist eine verbreitete Angst.

Ohnmacht entsteht durch einen Blutdruckabfall und die dadurch gegebene Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Bei Angst und Panik steigt jedoch der Blutdruck, sodass wir dadurch gar nicht ohnmächtig werden können.

Angst bewirkt eine Anspannung der Skelettmuskulatur und eine vermehrte Energiezufuhr, um bei möglicher Gefahr schnell reagieren zu können. Der Körper fährt also seine Energiereserven hoch, nicht herunter, sodass sich Ohnmacht biologisch ausschließt.

Schwindelgefühle in Verbindung mit der Angst umzufallen gehören zu den lästigsten Angstsymptomen.

Der dritte Mythos

Man kann nichts tun in einer Panikattacke, man ist ausgeliefert.

Das Gefühl, den körperlichen Symptomen komplett ausgeliefert zu sein, die Kontrolle zu verlieren, das ist die Angst vor der Angst. Ich möchte Dir hier ein paar Tipps geben, was Du in einer akuten Angstsituation tun kannst.


Bleib nicht ruhig und erstarrt in einer Panikattacke, sondern beweg Dich!

Beweg Dich, mach auch dann körperliche Bewegungen, wenn Du denkst dass Du Dich ganz ruhig verhalten und schonen solltest. Die akute Ausschüttung von Stresshormonen wird durch Bewegung schneller abgebaut als durch Ausruhen.

Mach körperliche Übungen, laufe herum, mach TRE®, klopf Dich ab, um diese körperliche Anspannung zu lösen und die muskuläre Anspannung als Folge des Adrenalinstoßes abzureagieren.

Und auch Bewegung in Verbindung mit Atemübungen helfen in einer Panikattacke.

Zu atmen in einem bestimmten Rhythmus in Kombination mit Bewegungen verhindert die negativen Folgen einer Hyperventilation. Manche Menschen hören fast auf zu atmen bei Angst und bei einigen schlägt es in Hyperventilation um. In beiden Fällen ist sich bewusst auf den Atem zu konzentrieren, hilfreich. Atme langsam ein und aus in Verbindung mit Bewegung.

Außerdem, beobachte nicht was mit Deinem Körper passiert, sondern beobachte lieber die Umgebung.

Du kannst versuchen Dich für 5 Minuten auf etwas zu konzentrieren, dass Deine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Wie fühlt sich die Unterlage an, das Holz, die Fliesen, auf der Du sitzt? Beobachte andere Menschen, Häuser, Pflanzen, Tiere, Autos, Nummernschilder, Plakate, Bilder, Schaufenster. Damit fängst Du oft bereits die schlimmste Panik ab.

Steigere Dich nicht in irreale Katastrophenfantasien hinein, sondern bleibe in der Gegenwart und beobachte, was momentan geschieht.

Sprich mit Dir selbst, indem Du beispielsweise kommentierst, was Du gerade siehst oder beobachtest. Sag Dir auch gerne laut, dass Du diesen Zustand ertragen kannst und auch schon x-mal bewältigt hast. Und das alles in Ordnung ist.

Solche Dinge helfen, sich in der Realität zu verankern.


Angst ist oft ein Weckruf, es ist das GPS-System unserer Seele, das uns sagt, wenn Dinge nicht gut und richtig für uns sind. Wenn Du gerade in Angst bist, kannst Du nicht wirklich analysieren, was Deine Seele sagt. Der Trick ist also, dass Du, wenn Du wieder in deiner Mitte bist und Dich beruhigt hast, Du dann analysieren musst, was Dich aus der Mitte gebracht hat und vermutlich immer wieder aus Deiner Mitte bringt.

Dann beginnst Du, Dinge in Deinem Leben zu verändern.

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© 2020 Johanna Schaeffer

DER 1. SCHRITT UM ANGST ABZULEGEN

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