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3 Mythen bei Angstzuständen


3 Mythen bei Angstzuständen Karla Johanna Schaeffer
3 Mythen bei Angstzuständen

In diesem Blogbeitrag geht es um drei Mythen bei Panikattacken und Angstgefühlen, deren Aufklärung aus meiner Sicht einen großen Unterschied machen, um besser und leichter mit einer Angstsituation umzugehen.

Der erste Mythos

In Phasen in denen wir Panikattacken oder akute Ängste erleben sind wir oft davon überzeugt, dass wir von nun an ein Leben lang damit zu tun haben werden.

Rein biologisch haben Angst und Panik nur eine Aufgabe, nämlich uns zu schützen.

Allerdings können wir lernen unser alarmiertes Nervensystem so zu beruhigen, dass es nicht zur Explosion oder Überschwemmung wie eben einer Panikattacken kommen muss.

Was hochgeht, muss auch wieder runterkommen. Das gilt für alle Systeme in unserem Körper.

Wenn du zum Beispiel auf einem Laufband joggst, steigt deine Herzfrequenz an und wenn du wieder absteigst, sinkt sie wieder.

Es gibt einen medizinischen Begriff dafür (aus dem Griechischen), nämlich die Homöostase, was einfach nur bedeutet zurückzukommen an den gleichen Ort. Zurückzufinden in die Balance, das innere Gleichgewicht.

Jedes System in deinem Körper funktioniert so, die Körpertemperatur, der Blutdruck, die Hormone. Und wenn wir in einem ausgeglichenen Zustand sind, kann er Körper diese hoch und wieder herunterregulieren und immer wieder zurück zur Balance finden.

Wenn du also einen gewissen Stress erlebst, startet etwas in deinem Körper, das dann wieder in den Normalzustand zurückkehren sollte, sobald die Aufregung vorbei ist.

Dies kann man als innere Aktivierung bezeichnen und ist im Grunde eine Art 'Beschleuniger', um auf die (Stress)Situation (die von einem gestressten Nervensystem als Bedrohung empfunden wird) zu reagieren.


Manche Menschen fühlen sich in ihrem Leben dauergestresst und (rein biologisch) ständig bedroht. Ihnen fällt es vielleicht schwer abzuschalten, sich eigenen Raum und Ruhe zu gönnen und einen auf Alarm gepolten Körper beruhigen zu können.


Durch Körpertherapien haben wir die Möglichkeit, das Nervensystem so zu beruhigen und 'zurückzusetzen', dass der unter Alarm stehende Körper sich wieder sicher fühlen kann.

Hier empfehle ich die TRE Methode (Tension and Trauma Releasing Exercises). Nach dem anfänglichen Erlernen der Methode mit Begleitung, kann die Technik selber angewendet werden.


Panikattacken schnell besiegen zu müssen. Das ist wahrscheinlich einer der Mythen, der dafür sorgt, dass Menschen umso länger mit Panik kämpfen. Panikattacken sind aus einem bestimmten Grund da. Sie sind häufig ein Symptom, für etwas das jahrelang ignoriert wurde und nun endlich Aufmerksamkeit verlangt.

Beginne bei deinem Angstbewältigungstraining nicht damit, dass du dir vornimmst, keine Angst mehr zu haben.

Sondern mache dir bewusst, dass Panikattacken eine körperliche Reaktion auf ein überwältigtes Nervensystem sind und nun Entscheidungen nötig sind, um Stress und Stressoren in deinem Alltag zu minimieren.

Der zweite Mythos

Panikattacken sind lebensgefährlich oder aber, man kann das Bewusstsein verlieren.

Die Angst davor ohnmächtig zu werden bei einer Panikattacke.

Wer das erste Mal eine Panikattacke hat, denkt vielleicht an eine schlimme Krankheit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Es fühlt sich existentiell und lebensbedrohlich an.

Zwei Prozent der Deutschen haben laut dem Robert Koch Institut eine Panikstörung. Wissen aber nicht unbedingt, was in solchen Situationen mit ihnen passiert.

Die meisten halten die Symptome für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, denn die körperlichen Reaktionen sind ähnlich: Schwitzen, Herzrasen, Druck- und Engegefühle im Brustbereich, auch in Zusammenhang mit Erstickungsängsten, Schwindel und Benommenheit mit der Folge von Ohnmachtsangst, Entfremdungsgefühle und sogar die Angst verrückt zu werden. Das sind alles Symptome einer Panikattacke. Dennoch sollten sie unbedingt untersucht und ärztlich abgeklärt werden.

So eine Panikattacke dauert ungefähr 20 Minuten und einfach jeder Mensch kann mal eine Panikattacke erleben.

Fakt ist auch, dass viele der mentalen Fähigkeiten beeinträchtigt sind wenn Stresshormone im Körper ansteigen. Wenn wir die innere Anspannung und Übererregung lösen können, dann beeinflusst das maßgeblich auch unsere mentale und emotionale Verfassung.

Sie fühlen sich zwar schrecklich an, es ist aber noch niemand an einer Panikattacke gestorben.

Die Fehlverknüpfung im Gehirn sorgt dafür, dass der Körper glaubt in einer lebensbedrohlichen Situation zu stecken und schüttet deshalb alle Hormone aus, die er in einer Stresssituation ausschütten kann. Es bleibt aber lediglich eine Fehlverknüpfung, der Körper reagiert auf Gefahr, auch wenn keine reale Gefahr da ist.


Die Angst davor ohnmächtig zu werden und die Kontrolle komplett zu verlieren ist eine verbreitete Angst. Ohnmacht entsteht durch einen Blutdruckabfall und die dadurch schlechtere Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Bei Angst und Panik steigt jedoch der Blutdruck, Adrenalin steigt ins Blut, sodass wir faktisch nicht ohnmächtig werden können.

Angst bewirkt eine Anspannung der Skelettmuskulatur, es entsteht eine vermehrte Energiezufuhr, um bei möglicher Gefahr schnell reagieren zu können. Der Körper fährt also seine Energiereserven hoch, nicht herunter, sodass sich Ohnmacht biologisch ausschließt.

Schwindelgefühle allerdings in Verbindung mit der Angst umzufallen gehören zu den lästigsten Angstsymptomen.

Der dritte Mythos

Man kann nichts tun in einer Panikattacke, man ist ausgeliefert.

Das Gefühl, den körperlichen Symptomen komplett ausgeliefert zu sein, die Kontrolle zu verlieren, das ist die Angst vor der Angst. Ich möchte hier ein paar Tipps geben, was in einer akuten Angstsituation getan werden kann.


Bleib nicht ruhig und erstarrt in einer Panikattacke, sondern beweg dich!

Beweg dich, mache auch dann körperliche Bewegungen, wenn du denkst dass du dich ganz ruhig verhalten und schonen solltest. Die akute Ausschüttung von Stresshormonen wird durch Bewegung schneller abgebaut als durch Ausruhen.

Mache körperliche Übungen, laufe herum, mache TRE®, klopfe dich ab, um die körperliche Anspannung zu lösen und die muskuläre Anspannung als Folge des Adrenalinstoßes abzureagieren.

Auch Bewegung in Verbindung mit Atemübungen helfen in einer Panikattacke.

Zu atmen in einem langsamen Rhythmus in Kombination mit Bewegungen verhindert die negativen Folgen einer Hyperventilation. Manche Menschen hören fast auf zu atmen bei Angst und bei einigen schlägt es in Hyperventilation um. In beiden Fällen ist sich bewusst auf den Atem zu konzentrieren hilfreich. Verlangsame und vertiefe deinen Atem.

Beobachte nicht was mit deinem Körper passiert, sondern beobachte lieber die Umgebung.

Du kannst versuchen dich für 5 Minuten auf etwas zu konzentrieren, dass deine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Wie fühlt sich die Unterlage an, das Holz, die Fliesen, auf der du sitzt? Beobachte andere Menschen, Häuser, Pflanzen, Tiere, Autos, Nummernschilder, Plakate, Bilder, Schaufenster. Damit fängst du oft bereits die schlimmste Panik ab.

Steigere dich nicht in irreale Katastrophenfantasien hinein, sondern bleibe in der Gegenwart und beobachte, was um dich geschieht und wie du deine Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen kannst.

Sprich mit dir selbst, indem du beispielsweise kommentierst was du gerade siehst oder beobachtest. Sag dir auch gerne laut, dass du diesen Zustand ertragen kannst und auch schon x-mal bewältigt hast. Dass du in Sicherheit bist und dein Körper sich nun beruhigen kann und wird. Solche Dinge helfen, dich in der Realität zu verankern.


Eine erhöhte Angst ist oft ein Weckruf, es ist das GPS-System unserer Seele das uns sagt, wenn Dinge nicht gut und richtig für uns sind. Wenn du gerade in Angst bist, kannst du nicht wirklich analysieren was deine Seele dir denn nun sagt. Der Trick ist also, dass wenn du wieder in deiner Mitte bist und dich beruhigt hast analysieren musst, was dich aus der Mitte gebracht hat und vermutlich immer wieder aus Deiner Mitte bringt. Wann sind deine individuellen Stressoren in deinem Alltag?

Dann beginnst du, Dinge in deinem Leben zu verändern.


Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden, um Ängste zu bewältigen, gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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