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3 Mythen bei Angstzuständen - Verbreitete Angstgedanken in Bezug auf Panikattacken

  • Autorenbild: Karla Johanna Schaeffer
    Karla Johanna Schaeffer
  • 29. Juli 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. März


3 Mythen bei Angstzuständen Karla Johanna Schaeffer


Eine Panikattacke kann sich überwältigend anfühlen. Das Herz rast, der Körper steht unter Strom, Gedanken überschlagen sich. In solchen Momenten wirkt alles absolut real – und oft auch bedrohlich.


Doch zusätzlich zur eigentlichen Angst gibt es noch etwas, das sie verstärkt: unsere Überzeugungen darüber, was gerade passiert. Viele dieser Gedanken sind verständlich – aber nicht unbedingt wahr.


In diesem Artikel schauen wir uns drei häufige Mythen an, die bei Angstzuständen und Panikattacken immer wieder auftauchen. Und wir schauen behutsam darauf, was stattdessen hilfreich sein kann.


Mythos 1: „Ich verliere gleich die Kontrolle“


Dieser Gedanke gehört zu den häufigsten überhaupt. Vielleicht fühlt es sich so an, als würdest du gleich „durchdrehen“, schreien, weglaufen oder komplett die Kontrolle über dich verlieren.


Was dabei wichtig ist zu verstehen:Eine Panikattacke ist ein Zustand maximaler Aktivierung deines Nervensystems – aber nicht der Verlust deiner Kontrolle.


Auch wenn dein Körper sich überwältigend anfühlt:

  • Du bleibst handlungsfähig

  • Du bist weiterhin bei Bewusstsein

  • Dein System arbeitet sogar zu viel, nicht zu wenig


Viele Menschen erleben diesen Gedanken immer wieder – und doch passiert das Befürchtete nicht. Das zeigt: Dein Gefühl ist stark, aber es ist kein verlässlicher Indikator für das, was tatsächlich passiert.


Ein hilfreicher innerer Satz kann sein:„Es fühlt sich außer Kontrolle an – aber ich bin noch da.“


Mythos 2: „Ich bekomme einen Herzinfarkt / etwas stimmt körperlich nicht“


Gerade bei körperlich intensiven Symptomen – Herzklopfen, Enge in der Brust, Schwindel – liegt dieser Gedanke nahe.


Doch Angst kann erstaunlich starke körperliche Reaktionen hervorrufen. Dein Körper ist in Alarmbereitschaft:

  • der Puls steigt

  • die Atmung verändert sich

  • Muskeln spannen sich an


All das sind normale Reaktionen auf Stress – auch wenn sie sich unangenehm oder beängstigend anfühlen.


Wenn medizinisch abgeklärt ist, dass keine körperliche Erkrankung vorliegt, darf ein neuer Gedanke langsam Raum bekommen:„Mein Körper reagiert – aber er ist nicht in Gefahr.“

Das bedeutet nicht, deine Empfindungen kleinzureden. Im Gegenteil: Sie sind real. Aber ihre Ursache ist eine andere, als dein Angstgedanke dir vielleicht sagt.

Mythos 3: „Das hört nie wieder auf“


Während einer Panikattacke kann sich die Zeit seltsam anfühlen. Minuten wirken wie eine Ewigkeit. Der Gedanke, dass dieser Zustand für immer bleibt, kann zusätzliche Angst erzeugen.


Doch Panik ist – biologisch betrachtet – begrenzt.Dein Körper kann diesen Zustand nicht dauerhaft aufrechterhalten. Irgendwann beginnt das Nervensystem, sich wieder zu regulieren.


Auch wenn es sich nicht so anfühlt:

  • jede Welle hat ein Ende

  • jede Aktivierung ebbt wieder ab


Vielleicht hast du das selbst schon erlebt: Die Angst steigt, erreicht einen Höhepunkt – und lässt dann langsam nach.

Ein unterstützender Gedanke könnte sein:„Das ist eine Welle. Und Wellen gehen vorbei.“


Warum diese Mythen so kraftvoll sind


Diese Gedanken entstehen nicht zufällig. Sie sind Teil eines uralten Schutzsystems in dir. Dein Gehirn versucht, dich zu warnen, dich vorzubereiten, dich zu schützen.

Das Problem ist: Bei Angstzuständen reagiert dieses System oft zu sensibel. Es schlägt Alarm, obwohl keine echte Gefahr besteht.


Wenn du beginnst, diese Muster zu erkennen, entsteht ein kleiner Abstand. Und genau dort beginnt Veränderung.

Ein neuer Blick auf Angst


Vielleicht geht es nicht darum, Angst komplett loszuwerden. Sondern darum, sie besser zu verstehen. Ihr weniger zu glauben. Und deinem Körper zu zeigen, dass er sicher ist.


Denn Angst passiert nicht nur im Kopf – sie lebt auch im Körper.


Ein sanfter Weg: Arbeiten mit dem Körper (TRE-Methode)


Neben gedanklichen Ansätzen kann es unglaublich hilfreich sein, den Körper direkt einzubeziehen.


Die TRE-Methode (Tension & Trauma Releasing Exercises) ist ein körperorientierter Ansatz, der genau hier ansetzt. Durch einfache Übungen wird ein natürliches Zittern im Körper aktiviert – ein Mechanismus, mit dem unser Nervensystem Stress abbauen kann.

Was dabei entstehen kann:

  • festgehaltene Spannung darf sich lösen

  • der Körper reguliert sich auf natürliche Weise

  • das Gefühl von innerer Sicherheit kann wachsen


Viele Menschen erleben, dass sich dadurch nicht nur einzelne Panikattacken verändern – sondern die grundsätzliche Anspannung im System abnimmt.

Wichtig ist auch hier: Geh achtsam vor und hol dir bei Bedarf Unterstützung, besonders wenn deine Erfahrungen sehr intensiv sind.


Du musst deiner Angst nicht alles glauben.Und du musst sie auch nicht alleine tragen.

Es gibt Wege, sie besser zu verstehen – und Wege, deinem Körper zu helfen, wieder zur Ruhe zu finden. Manchmal beginnt genau dort ein neuer Umgang mit Angst: sanfter, verbundener und Schritt für Schritt freier.


Meine Begleitung mit der Körpertherapie TRE - das neurogene Zittern unter Anleitung erlernen, um den Alarmzustand im Körper zu beruhigen.


Erstgespräch vereinbaren: Ich berate dich gerne!



Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden, um Ängste zu bewältigen, gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

 
 
 

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