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Aufwachen mit Angst: 6 Schritte zu einem ruhigeren Morgen

  • Autorenbild: Karla Johanna Schaeffer
    Karla Johanna Schaeffer
  • 9. Juni 2021
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. März


Tipps gegen Angst Karla Johanna Schaeffer

Warum überkommt mich an manchen Morgen die Angst?


Es ist noch früh am Morgen. Der Tag hat gerade erst begonnen – und doch ist da schon dieses Gefühl. Ein Druck in der Brust, kreisende Gedanken, vielleicht sogar ein leises Gefühl von Panik. Wenn du das kennst, bist du nicht allein. Viele Menschen erleben Angst besonders stark direkt nach dem Aufwachen.


Die gute Nachricht: Du kannst lernen, diesen Moment sanfter zu gestalten. Nicht perfekt – aber Schritt für Schritt ruhiger. Hier sind sechs hilfreiche Wege, um deinen Morgen bewusster und entspannter zu beginnen.


Warum Angst oft morgens auftritt


Dass sich Angst gerade am Morgen zeigt, hat mehrere Gründe – und sie sind oft ganz natürlich:


1. Dein Stresshormon ist am Morgen am höchsten

Direkt nach dem Aufwachen schüttet dein Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses Hormon hilft dir eigentlich, wach zu werden und in den Tag zu starten. Wenn dein Nervensystem jedoch sensibel oder bereits belastet ist, kann sich dieser „Aktivierungsschub“ wie Angst anfühlen.


2. Dein Geist ist noch ungeschützt

Am Morgen bist du mental noch „offen“. Es gibt noch keine Ablenkung, keine äußeren Reize. Gedanken und Sorgen, die vielleicht unterbewusst da sind, können sich deshalb besonders klar und intensiv zeigen.


3. Unverarbeitete Gefühle aus der Nacht

Im Schlaf verarbeitet dein Gehirn Erlebnisse und Emotionen. Manchmal tauchen diese beim Aufwachen wieder auf – nicht immer logisch oder greifbar, aber spürbar im Körper.


4. Der Körper ist noch im Übergang

Dein Nervensystem wechselt vom Ruhezustand in Aktivität. Wenn dieser Übergang nicht ganz rund verläuft, kann er sich wie innere Unruhe oder Alarm anfühlen.


Diese Zusammenhänge zu verstehen, kann bereits entlasten:Du reagierst nicht „falsch“ – dein Körper versucht nur, dich auf den Tag vorzubereiten.


Die gute Nachricht: Du kannst lernen, diesen Moment sanfter zu gestalten. Nicht perfekt – aber Schritt für Schritt ruhiger. Hier sind sechs hilfreiche Wege, um deinen Morgen bewusster und entspannter zu beginnen.


1. Erkenne: Das Gefühl ist real – aber nicht gefährlich


Morgenangst kann sich intensiv anfühlen. Doch so unangenehm sie ist: Sie bedeutet nicht, dass etwas Schlimmes passiert. Oft reagiert dein Körper einfach auf Stress, hormonelle Schwankungen oder unbewusste Sorgen.


Versuche, dir innerlich zu sagen:„Ich fühle Angst – aber ich bin sicher.“

Allein diese kleine Einordnung kann deinem Nervensystem helfen, sich zu beruhigen.


2. Atme dich zurück in den Moment


Wenn Angst auftaucht, beschleunigt sich oft die Atmung. Das verstärkt das Gefühl zusätzlich. Eine einfache Atemübung kann hier erstaunlich viel bewirken:

  • 4 Sekunden einatmen

  • 4 Sekunden halten

  • 6 Sekunden ausatmen


Wiederhole das für ein paar Minuten. Dein Körper bekommt so das Signal: Alles ist in Ordnung.


3. Steh sanft auf – statt dich zu überfordern


Der Übergang vom Schlaf in den Tag ist empfindlich. Anstatt sofort aufs Handy zu schauen oder in Gedanken den ganzen Tag durchzugehen, gib dir einen ruhigen Start:

  • Setz dich kurz im Bett auf

  • Spüre deinen Körper

  • Strecke dich langsam


Kleine, bewusste Bewegungen helfen dir, im Hier und Jetzt anzukommen.


4. Lenke deinen Fokus bewusst


Angst lebt von Gedanken, die sich verselbstständigen. Du kannst gegensteuern, indem du deinen Fokus aktiv richtest.


Eine einfache Übung:Nenne (laut oder innerlich)

  • 3 Dinge, die du siehst

  • 2 Dinge, die du hörst

  • 1 Sache, die du fühlst


Das bringt dich aus dem Gedankenkarussell zurück in deine Umgebung.


5. Gib deinem Morgen Struktur – aber sanft


Ein fester Ablauf kann Sicherheit geben. Wichtig ist dabei: keine Perfektion, sondern Verlässlichkeit.

Zum Beispiel:

  • ein Glas Wasser trinken

  • kurz ans Fenster gehen

  • ein paar ruhige Minuten ohne Ablenkung


Diese kleinen Rituale können deinem Körper signalisieren: Der Tag beginnt ruhig.


6. Sei freundlich zu dir selbst


Vielleicht der wichtigste Schritt: Kämpfe nicht gegen die Angst an. Je mehr du sie wegdrücken willst, desto stärker wirkt sie oft.


Versuche stattdessen:„Es ist okay, dass es mir gerade so geht.“

Selbstmitgefühl verändert den Umgang mit Angst grundlegend. Du bist nicht dein Gefühl – du erlebst es nur.


Ein letzter Gedanke


Ein ruhiger Morgen entsteht nicht über Nacht. Aber jeder kleine Schritt zählt. Manche Tage werden leichter sein, andere schwerer. Das ist normal.


Wichtig ist: Du bist diesem Gefühl nicht ausgeliefert. Du kannst lernen, anders damit umzugehen – sanfter, bewusster und Schritt für Schritt ruhiger.


Wenn dein Körper im Alarm bleibt: Eine Einladung zur TRE-Methode


Manchmal sitzt die Angst tiefer – nicht nur in Gedanken, sondern im Körper selbst. Selbst wenn du verstehst, dass „alles okay ist“, bleibt dieses innere Zittern, die Anspannung, der Alarmzustand.

Hier kann die sogenannte TRE-Methode (Tension & Trauma Releasing Exercises) eine wertvolle Unterstützung sein. Sie arbeitet nicht über den Kopf, sondern direkt über den Körper.


Durch gezielte, einfache Übungen wird ein natürliches Zittern im Körper ausgelöst – ein Mechanismus, den unser Nervensystem von Natur aus nutzt, um Stress abzubauen. Vielleicht kennst du dieses Zittern nach großer Anspannung oder Kälte. Genau dort setzt TRE an.


Was dabei passieren kann:

  • angestaute Spannung darf sich lösen

  • das Nervensystem reguliert sich selbst

  • der Körper findet langsam zurück in einen Zustand von Sicherheit


Viele Menschen berichten, dass sich dadurch auch ihre Morgenangst mit der Zeit deutlich reduziert – weil der Körper insgesamt weniger „auf Alarm“ ist.

Wichtig: Geh dabei achtsam vor und informiere dich gut oder arbeite mit einer geschulten Begleitung, gerade wenn deine Angst sehr intensiv ist.


Meine Einladung an Dich:

Du musst da nicht alleine durch.


Es gibt Wege – über Gedanken und über den Körper. Und manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo du aufhörst, gegen dich zu kämpfen, und anfängst, dich wirklich zu unterstützen.


Begleitung im fünfwöchigen TRE Programm und Stress, Anspannung und Ängste unterstützend zu verarbeiten. Einzelbegleitung zum Erlernen von TRE


Erstgespräch vereinbaren: Ich berate dich gerne!


Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Angst und Herausforderungen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

 
 
 

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