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  • Karla Johanna Schaeffer

Als HSP mit mehr Leichtigkeit und Selbstannahme den (beruflichen) Alltag meistern



Wie schaffe ich es als HSP mehr Leichtigkeit in meinen (beruflichen) Alltag zu integrieren und Energie-Ressourcen achtsam einzuteilen - ohne mich ständig ausgelaugt zu fühlen?


Ein HSP, ein hochsensibler Mensch ist jemand, von dem man annimmt, dass er eine erhöhte bzw. tiefere Empfindlichkeit des zentralen Nervensystems gegenüber körperlichen, emotionalen oder sozialen Reizen hat.

Auch wenn hochsensible Menschen manchmal als "zu sensibel" beschrieben werden, handelt es sich um ein Persönlichkeitsmerkmal das viele Stärken, aber auch Herausforderungen mit sich bringt.

Vielleicht hat man die schon einmal gesagt, du seist "zu sensibel" sind oder dass du "nicht immer so viel nachdenken sollten", vielleicht insbesondere von Menschen, die dir zu unsensibel vorkommen oder von denen du glaubst, dass sie ein wenig mehr nachdenken sollten? Vielleicht bist auch du eine hochsensible Person (HSP).


Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass es keine offizielle Diagnose für hochsensible Personen gibt, und dass eine HSP zu sein nicht bedeutet, dass du eine psychische Krankheit hast. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das eine erhöhte Reaktionsfähigkeit auf positive und negative Einflüsse beinhaltet.


HSPs haben ein reaktiveres Stressreaktionssystem. Mit anderen Worten: Der Körper eines HSP braucht weniger Zeit, um Stresshormone zu produzieren und in eine Fight-or-Flight-Reaktion zu verfallen, als der Körper eines Nicht-HSP. Aufgrund eines biologischen Unterschieds in ihrem Nervensystem verarbeiten HSPs Reize besonders intensiv. Infolgedessen können sie leicht überwältigt werden und brauchen oft mehr Selbstfürsorge als andere.

Wenn du ein hochsensibler Mensch bist, der sich schuldig fühlt, weil du dir Zeit für dich selbst nimmst, denke daran, dass Selbstfürsorge dich letztendlich gesünder, glücklicher und weniger gestresst sein lässt und du dich dadurch besser für andere und die Arbeit, die du tust, einsetzen kannst.


Wenn wir wissen, wie wir mit unseren jeweiligen einzigartigen Merkmalen umgehen können, können wir diese zu einer Stärke und weniger zu einer Herausforderung in unserem Leben machen. Dazu ist es hilfreich, zu verstehen, womit man es zu tun hat, egal ob man dies für sich selbst tut oder versucht, ein tieferes Verständnis für jemanden in seinem Leben zu entwickeln, der hochsensibel sein könnte.


Stress ist auch ein körperliches Phänomen. Wann immer unsere Stressreaktion aktiviert wird, wirkt sie sich auf unseren Blutzuckerspiegel, unsere Hormone, unsere Herzfrequenz, unseren Blutdruck und unser Immunsystem aus. Und wenn dies zu oft oder zu lange geschieht, kann unser Körper unter dem Druck zusammenbrechen und krank werden.

Hochsensible Menschen sind anfälliger für Stress und dürfen besonders gut auf sich achten.

Und es kann sicher nicht schaden, Maßnahmen zu ergreifen, um unser Stressniveau zu senken. Einen körperorientierten Vorschlag zur Stressreduktion findest du mit der TRE® Methode. Ein paar weitere Gedanken, um gut auf uns zu achten zu können, möchte ich hier aufgreifen:


Mehr schlafen - genug Schlaf

Schlaf ist eine wichtige Funktion, die es Körper und Geist ermöglicht, sich zu regenerieren.. Ohne ausreichenden Schlaf kann das Gehirn nicht richtig funktionieren. Dies kann die Fähigkeit beeinträchtigen, sich zu konzentrieren, klar zu denken und Erinnerungen zu verarbeiten.

Wenn du mehr als zwei Nächte hintereinander zu wenig schläfst, so geht es zumindest mir, kann sich das auf deine körperliche Konstitution auswirken. Wenn du eine HSP bist, kann es sein, dass du vielleicht noch mehr Schlaf brauchst als andere, weil dein Nervensystem ständig auf Hochtouren läuft und du eher zu emotionalem Ausgebranntsein neigst. Schlaf entstresst und revitalisiert dein Nervensystem, so dass du den ganzen Tag über leistungsfähiger bist.


Höre auf deinen Körper

Auf den eigenen Körper zu hören bedeutet, dass wir, wenn wir etwas im Körper spüren und er uns etwas mitteilt, wie Überforderung, ein Ruhebedürfnis oder Erschöpfung, wir dies als Signal für etwas betrachten sollten.

So oft fühlen wir Schmerzen, Anspannung oder Erschöpfung und denken, es sei völlig willkürlich. "Das ist nur das Alter", "Ich soll mich wohl so fühlen", "Das liegt an meinen Genen". Selbst an Tagen, an denen wir uns großartig fühlen und vor Energie strotzen, denken wir: "Heute ist einfach ein Glückstag." Mit Glück hat das nicht unbedingt etwas zu tun. Achte den Tag über auf deinen Körper und deine Gefühle. Wenn deine Konstiutution eine andere ist, als die der anderen, dann bedeutet das, dass du anders mit deinen Kräften haushalten musst. Nimm wahr, wenn du spürst, dass du sensibler reagierst oder dich überfordert fühlst. Nimm dir gleich zu Beginn dieser Empfindungen (und nicht erst, wenn sie sich bereits verfestigt haben!) eine Auszeit, um neue Energie zu tanken. Wenn möglich, verbringe auch Zeit allein, sei es nur ein kurzer fünfminütigen Spaziergang fernab von deiner Arbeit und dem Trubel im Büro.


Nimm Kontakt auf mit anderen HSPs

Menschen zu finden, die sich in deine Bedürfnisse einfühlen und sie verstehen können, ist ein großer Schatz - vor allem für HSPs, die sich aufgrund ihrer Sensibilität und ihrer besonderen Sichtweise der Welt oft unverstanden fühlen.

Ein großer Vorteil einer HSP ist die Fähigkeit zur Empathie. Empathie ist ein Werkzeug, das starke Beziehungen und ein zutiefst erfülltes Gefühlsleben fördern kann. Natürlich ist es wichtig, zwischen den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer zu unterscheiden. Und die Verantwortung für die eigenen Gefühle übernehmen zu können.


Bewusst atmen

Lerne, tief und bewusst zu atmen. Hör auf deine Atmung. Meditiere. Atme immer wieder bedächtig ein und aus. Wenn du in der Lage bist öfter mal innezuhalten, dich auszuruhen, dich aus etwas herauszunehmen und in die Selbstfürsorge zu gehen, statt dass du dich durch schwierige Zeiten quälen musst und durhältst und dich verausgabst – ist es das, was dich widerstandsfähiger sein lässt. (Angeleitete Meditationen und Atemübungen findest du in meinem Podcast Calm is your Superpower.)


Nimm dich selbst zu einem Date mit

Wenn du jemand bist, der es schnell zuviel wird ständig von Menschen umgeben zu sein, dann nimm dir Zeit, auch alleine schöne Dinge zu erkunden. Ich genieße es, allein durch Kunstgalerien, Bibliotheken und Restaurants zu gehen, denn so kann ich mir die Zeit nehmen, Dinge zu genießen, die mich interessieren und inspirieren. Die Idee ist, dass man sich selbst an einen Ort begibt, an den man gehen möchte und Dinge alleine tut, die man tun möchte.


Musik hören

Musik ist eine Quelle des Wohlbefindens und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie Ängste mindern und Schmerzen lindern kann. Ich habe immer ein Paar Kopfhörer in meiner Handtasche, so dass ich mir entspannende Musik anhören kann, wenn ich mich überfordert fühle.


Entfernen dich von kräftezehrenden Menschen und Situationen

Hochsensible Menschen neigen dazu, ganz fein die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen. Es quält sie, andere im Stich zu lassen. Dennoch zu lernen, „Nein“ zu sagen, ist eine Herausforderung aber auch eine Notwendigkeit für HSPs, weil wir Verantwortung für unser Wohlbefinden und für unsere Gesundheit übernehmen müssen.

Hochsensible Menschen neigen dazu, ihre schlimmsten Kritiker zu sein. Sie fühlen sich für das Glück anderer verantwortlich oder sind sich zumindest sehr bewusst, wie sich ein Gegenüber fühlt oder fühlen könnte.

Viele von uns lernen auch mit 30, 40, 50, 60 Jahren immer noch, stark zu sein in dem, wer wir sind, und mit den Dingen, die wir können und nicht können. Wir lernen für uns einzustehen und uns nicht einspannen zu lassen zu Dingen, die uns eigentlich nicht guttun. Jedes Mal, wenn wir das tun, ist es ein Akt der Selbstfürsorge.


Authentizität praktizieren

Kenne deine Werte und achte sie. Was sind deine Werte? Was ist dir wichtig? Das was wirklich zählt, ist, dass du dich an deinen Werten ausrichten kannst. Wir müssen aufhören nach Anerkennung von anderen zu suchen, wir müssen diese in uns selbst finden. Schaffe dir Routinen und Rituale, die dein Selbstvertrauen und dein Bewusstsein von Stärke stärken - auch wenn es für andere Menschen erstmal keinen Sinn ergibt. Tun das, was für dich funktioniert. Wir müssen aufhören, unser eigener schlimmster Kritiker und Widersacher zu sein, und uns selbst mit Achtsamkeit, Freundlichkeit, Geduld und Verantwortung zu begegnen. Das alles erfordert auch Mühe, aber es lohnt sich.


Eine Kernkomponente mentaler Stärke ist die Fähigkeit, die Emotionen und Erfahrungen anderer Menschen zu erkennen und zu akzeptieren, aber eine noch wichtigere Komponente ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Kräfte zu kennen und zu akzeptieren. Vielleicht brauchst du mehr Raum und Ruhe und Rückzug als andere. Nimm dir diesen, um gesund und wohl zu sein.


Hörst Du gerne Podcast? Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Stress und mit Wegen in ein neues Selbstvertrauen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'. Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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