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  • Karla Johanna Schaeffer

Deine Vergangenheit verändern geht auch jetzt noch


Wir alle haben eine Geschichte, die wir uns über uns selber und unser Leben erzählen.

Sozusagen die Software die unsere Festplatte am Laufen hält.

Eine Geschichte, die immer bei Dir ist.


Wenn die Geschichte Sinn macht sind wir beruhigt, auch wenn sie uns einfach nur einen Kontext gibt, Dinge für uns zu verarbeiten und zu rechtfertigen.

Wenn wir in der Schule ausgelacht oder nicht aufgenommen wurden, wird damit eine Zeile in unserer Geschichte geschrieben. Wenn wir etwas Unangenehmes erlebt haben, schreibt das eine Zeile. Die mächtigsten Geschichten sind die, die wir immer und immer wieder erzählen. Uns und anderen.


Kennst du diese Aussage vielleicht auch? Von dir? Oder von jemanden in deinem Umkreis?

‚Das ist einfach so‘. ‚So bin ich eben‘. ‚Das bin halt ich‘.

Alles was wir tagtäglich tun, Entscheidungen die wir treffen, emotionale Reaktionen die wir haben, werden, je öfter wir sie wiederholen, immer fester in unserem Gehirn verankert und dann zu automatisierten Gewohnheiten. Dinge die wir täglich tun. Dinge die wir täglich denken.

Und irgendwann sind sie so selbstverständlich für uns, dass sie zu einer festen Identität, zu einem festen Ichgefühl werden.

Wenn wir etwas verändern möchten in unserem Leben, dann machen wir uns an die Aufgabe, diese fest verschweißten Verkettungen, die schon huntertausendmale im Nervensystem abgelaufen sind und die alten Geschichten, die wir schon seit Ewigkeiten mit uns herumtragen, also solche zu erkennen.

Und oft ist es so, je stärker die emotionale Reaktion auf eine Erfahrung war oder ist, desto stärker prägt sie sich in unserem Gehirn ein und zieht dann unterschwellig enge Grenzen um unseren Glauben an Alternativen und neue Möglichkeiten.

Das verrückte ist, es gibt Forschungen, die zeigen, dass unsere Erinnerungen über die Jahre hinweg eine gewisse Eigendynamik annehmen und selten das wiedergeben, was wirklich passiert ist.

Das heißt, wir glauben, dass wir unsere Vergangenheit kennen aber in Wahrheit verändern wir sie damit, wie wir uns an sie erinnern und worauf wir dabei unseren Fokus legen.

Wenn uns etwas vor fünf Tagen passiert ist und wir heute immer noch ständig daran denken, wird aus einer einmaligen Erfahrung eine Stimmung.

Wenn wir Jahre gedanklich und emotional an einer Geschichte hängen, wird daraus eine Lebenseinstellung.


Gut, wie können wir denn eine neue Geschichte schreiben? Manche Menschen wissen noch gar nicht, dass sie eine Geschichte haben, die sie sich erzählen. Und noch viel weniger Menschen wissen, dass sie wählen können, wie die Geschichte geht. Dass sie sogar wählen können, wie die Vergangenheit für sie war.

Wenn Du Dich gerade so fühlst, also könntest Du Dein Leben nicht verändern, verändere einfach eine Zeile, einen Satz in Deiner Geschichte.


Das ist die Arbeit, die bestimmt, wie Deine Zukunft wird. Die Vergangenheit existiert nicht mehr, sondern nur noch in uns. Wenn wir über unsere Vergangenheit nachdenken, über sie sprechen, dann ist sie nicht mehr unsere Vergangenheit, sondern wir erleben sie jetzt in diesem Moment wieder. Wie halten sie lebendig. Unsere Gedanken über unsere Vergangenheit beeinflussen uns hier und jetzt. Die Gefühle der Vergangenheit sind keine alten Gefühle, sondern wir fühlen sie jetzt.

Wir erleben keine Verletzungen oder emotionalen Schmerz aus der Vergangenheit. Was in der Vergangenheit passiert ist, ist vorbei. Was Du jetzt fühlst, ist etwas was Du jetzt erlebst und Durch Deine alte Geschichte am Leben hältst.


Vielleicht hilft es Dir, darüber nachzudenken, was Deine Geschichte und was Deine Sätze sind, die immer wieder in Dir aufkommen. Denen Du Dir vielleicht gar nicht so bewusst bist. Vielleicht ist es eine Geschichte, die Du von Deinen Eltern gelernt hast, die Du in der Schule gelernt hast, von Deinem Exfreund. Oder einen Glauben, den Du entwickelt hast, weil Du etwas immer wieder getan hast.

Wenn Du Dir eine kleine Liste gemacht hast, ist es wichtig zu verstehen, dass auch wenn die Geschichte sich wahr anfühlt, der Wahrheitsgrad komplett optional ist.

Die gute Nachricht ist, dass Du verändern kannst, was Du über Deine Vergangenheit denkst. Und dass Du verändern kannst was Du über deine Vergangenheit fühlst, weil Du veränderst, wie Du darüber denkst. Deine Vergangenheit definiert Dich nur dadurch, wie Du wählst über sie zu denken.


Was wenn all das was Du erlebst hast, Dich darauf vorbereitet hat, für das was Du jetzt tust? Was wenn alles genauso sein musste, wie es war? Weil es so war. Es gibt keine falschen Entscheidungen, keine Zeitverschwendung. Alles musste genauso sein, weil es genauso war. Mit der Realität lässt sich nicht kämpfen. Dinge passieren, unangenehme Dinge, tragische Dinge, verletzende Dinge. Aber wir können die Bedeutung ändern, die es für uns hat.


Joseph Campbell spricht von der Heldenreise, Deiner eigenen Heldengeschichte. Wie Du Deine Geschichte umschreiben kannst und aus einer tiefen Krise ein Grenzerlebnis machen kannst, dass Dich dahin geführt hat, wo Du jetzt bist. Die schwierigsten Erfahrungen, die wir im Leben machen, bergen das größte Wachstumspotential.

Also überleg Dir, wenn Du möchtest, welches wirklich schwierige Erlebnis Dich verändert hat. Was es aber auch möglich gemacht hat, für Dich. In Dir. Was Du dadurch erkannt hast, gelernt hast. In welche Richtung es Dich gedreht hat. Wen Du deswegen kennengelernt hast. Was Du dadurch entwickelt hast. Welche Handlung Du dadurch vorgenommen hast.

Wir können unsere eigene Geschichte verändern, wenn wir die Bedeutung für uns verändern.


Jedes Mal, wenn Du Dich nicht gut fühlst, jedes Mal wenn Du an irgendwelche Blockaden stößt, oder die gleichen Probleme erlebst und nicht weiter kommst, ist das so weil Du nicht Deine Geschichte umschreibst.

Hast Du den Mut nur ein kleines bisschen in die Richtung zu gehen, in die Du willst? Wenn Du mit kleinen Schritten los gehst, stößt Du einen Schneeballeffekt an. Wachstum ist kein isolierter Vorgang. Wenn wir uns entscheiden, uns zu verändern oder Bereiche in unserem Leben weiter entwickeln, kommt eine ganze Lawine in Gang.

Ich erlebe das immer wieder, wenn ich mit Menschen mit TRE® arbeite, kommt meistens eine ganze Lawine an Veränderungen in Gang.


Der Punkt warum wir einen Satz unserer Geschichte verändern ist nicht, dass wir ein kleines bisschen besser leben. Sondern der Punkt ist, dass wenn wir die Bedeutung unserer Geschichte ein kleines bisschen für uns verändern, wird sich alles andere auch verändern.

Da bestimmte Dinge, die wir uns über uns selber erzählt haben, keinen Sinn mehr machen.

Es wird keinen Sinn mehr machen, dass ein erfolgreicher Mensch seine Zeit mit einer Arbeit vergeudet, die nicht sein Herz berührt.

Es wird keinen Sinn mehr machen, dass eine starke, tolle Frau oder ein starker, toller Mann sich mit einer lauwarmen, nur halb zufriedenstellenden Beziehung zufriedengibt.

Es wird keinen Sinn mehr machen, dass ein ehrgeiziger Mensch sich mit wenig finanziellem Umsatz zufriedengibt.

Es wird keinen Sinn mehr machen, dass ein kreativer Mensch seine eigenen Projekte hintenanstellt.

Es wird keinen Sinn mehr machen, dass ein starker Mensch, sich von einer negativen Erfahrung in die Knie zwingen lässt.


Deine Geschichte wird sich gegen sich selber aufbäumen. Und es wird eine neue geboren werden müssen.

Mit jedem neuen Tag bekommen wir neue Möglichkeiten unsere Geschichte umzuschreiben. Erinner dich, es ist nicht die Gesichte, die wir anderen Menschen erzählen, es ist die Geschichte, die wir uns selber erzählen, die wichtig ist.

Und mit der Zeit, zeigen wir anderen Menschen um uns herum diese Geschichte, indem sich unser Leben verändert.


Guck Dir Deine Vergangenheit an. Wie willst Du sie nutzen?

Es ist Deine. Niemand anderes kann sie verändern oder nutzen bis auf Dich.

Du darfst entscheiden, was Deine Vergangenheit für Dich bedeutet in Deinem Leben.

Du entscheidest, ob Du die Heldin oder das Opfer bist, in Deiner Vergangenheit.

Du musst nicht in die Vergangenheit zurückreisen, um sie zu verändern, zu heilen.


Vielleicht willst Du ab jetzt glauben, dass Deine Vergangenheit Dich stark gemacht hat, Dich befähigt hat Schwieriges zu meistern. Vielleicht merkst Du auf einmal, wie stolz Du auf Dich sein kannst. Und vielleicht kannst Du Dir jetzt ein paar extra Beweise sichern, Dinge die diese Erkenntnis für Dich noch mehr untermauern.

Du kannst nicht verändern, was Dir passiert ist, aber Du kannst verändern, was es jetzt für Dich bedeutet.


Impuls: Finde einen Satz für Dich, der Deine Vergangenheit in einem Satz zusammenfasst. Was bedeutet sie für Dich?

Mein Satz ist: Sie hat mich zu der starken Frau gemacht, die ich heute bin. Was ist Deiner?


Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden gegen Angst gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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