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  • Karla Johanna Schaeffer

Erleichterung im Stress-Zeitalter


Karla Johanna Schaeffer Stressbewältigung

Der Mensch ist wohl das anpassungsfähigste aller Säugetiere. Wir leben in überbevölkerten Städten, als Selbstversorger in der Natur, in trockenen Wüsten und sogar im Weltraum können wir überleben. Anpassungsfähigkeit ist der Eckpfeiler unseres Überlebens, aber sie hat auch eine Kehrseite. Manchmal gewöhnen wir uns an Lebensumstände, die unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit schaden.

Wir haben uns zum Beispiel daran gewöhnt, die ständige Präsenz von Stress in unseren Leben als normalen Teil des Lebens zu akzeptieren.


Stress ist dabei viel mehr als eine emotionale Aufregung, er ist eine weitreichende Abfolge physiologischer Ereignisse, an denen praktisch alle Organe des Körpers beteiligt sind. Die emotionalen Zentren im Gehirn, die Stressreize verarbeiten, sind direkt mit dem Nervensystem, dem Hormonapparat und dem Immunsystem verbunden. Chronischer Stress hat daher tiefgreifende, negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Er schwächt das Immunsystem, erschöpft das Nervensystem und stört den Hormonhaushalt des Körpers.


Die Frage ist: Was können wir dagegen tun?


Die Antwort ist ebenso einfach zu formulieren wie vielleicht schwer umzusetzen. Wir haben sie schon oft genug gehört: Einfach beruhigen, geerdet werden, inneren Frieden finden, einfach präsent sein. Die offensichtlichen Lösungen machen Sinn, aber wie man sie tatsächlich umsetzt, ist eine andere Sache.


Man muss erst runterkommen können, bevor man wieder auftauchen kann. Und das Problem liegt dabei nicht nur "da oben" - es liegt auch "da unten", tief im emotionalen und physischen Körper. Aus diesem Grund sind somatische Praktiken (d.h. Somatic Experiencing, TRE®, Bioenergetik,) für unser Heilen von so wesentlicher Bedeutung. Sie laden uns ein, uns in unseren Körper fallen zu lassen und das Kernmaterial zu heilen.


Unser Stolperstein in dieser Hinsicht ist, dass wir uns der Intelligenz des Körpers nicht mehr bewusst sind. Uns fällt zwar immer mehr auf, dass wir fast vollkommen in unseren Köpfen leben, es hinterlässt uns trotzdem körperabwesend. Viele Menschen leben heutzutage weit außerhalb ihres Körpertempels und des eigentlichen Zuhauses.

Wir haben nur ein Leben, nur einen Körper. Unabhängig davon, ob wir an ein Leben nach dem Tod oder an eine Reinkarnation glauben, dürfen wir uns fragen, wie wir uns hier und jetzt um diesen Körper kümmern, der nicht austauschbar ist.


In den Körper hineinzufühlen bedeutet für viele Menschen in schreckliche Erinnerungen einzutauchen, die in ihrem Geweben gespeichert sind. Eine Verkopftheit hat aber ihren Preis, es kann zu einer emotionalen Lähmung kommen, sodass wir das Fühlen verlernen. Die Erfahrungen des Erlebten sind damit nicht weg, sondern sie stecken weiter in uns.

Oft ist äußerlich scheinbar alles ruhig, aber tief im Inneren brodelt ein Kessel ungelöster Gefühle. Wir festigen uns eine schön feste Rüstung an, mit der wir uns gegen das Leben verpanzern. Eine starre Muskulatur, harte Züge, ein flacher Atem, ein verkrampftes Herz. Wie Maschinen sind wir unterwegs und funktionieren und planen und halten aus. Mit dieser intakten Rüstung denken wir, kann uns nichts und niemand etwas anhaben. Nur wir selbst gehen darin kaputt und brauchen all die Energie für unsere Zukunft auf.


Denke doch mal eben an eine Zeit (kürzlich oder in der Vergangenheit), in der du ganz still warst. Vielleicht nach einem Spaziergang oder einer Runde Laufen oder früh am Morgen, als alles ruhig war im Haus. Denk an einen Moment, in dem du dich klar gefühlt hast und eine Verbindung zu deiner Weisheit und deiner Intuition hattest. Vielleicht hast du Klarheit oder Befreiung von etwas erhalten, das dich belastet hat. Diese Zustände und Erkenntnisse ergeben sich nicht, wenn wir nur im Kopf unterwegs sind und uns gestresst und überfordert fühlen. Diese Momente der Klarheit und Besonnenheit erleben wir, wenn wir tief im Körper geerdet sind und uns mir uns und dem Leben verbunden fühlen.


Nun betrachte einmal deinen Körper in dieser Minute – betrachte ihn von innen - in welchem Zustand befindet er sich? Welche Art von Aufmerksamkeit wünscht er sich? Was würde seine Stärke und Lebenskraft am meisten unterstützen? Was würde seine Widerstandskraft und sein Wohlbefinden stärken?


Welche heilende Wahrheit versucht dein Körper dir gerade zu vermitteln?

Achtsamkeit gegenüber dem Körper bedeutet, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wer wir wirklich sind. Diese Wiedervereinigung erfordert eine ganz persönliche Entdeckungsreise - eine Reise, die sich notwendigerweise gegen die kulturellen Anweisungen richtet: Dem ausschließlich Kopfzentrierten, dem einzig Analytischen, dem rein Abstrahierenden, dem lediglich Systematisierenden, mit dem wir aufgewachsen sind. Ich möchte dir mit TRE® einen alternativen, körperorientierten Zugang zu einer neuen Reise anbieten.


Hörst Du gerne Podcast? Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Stress und mit Wegen in ein neues Selbstvertrauen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'. Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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