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  • Karla Johanna Schaeffer

Psoas - Der Muskel der Seele.



Ich bin mir sicher, dass dir schon mal gesagt wurde oder du schon mal gehört hast, dass Depression, Angst und Panik alle nur im Kopf stattfinden.

Dass es ein mentales Problem ist. Das ist nicht der Fall!

Das ‚Problem‘ sitzt auch in deinem Körper.

Es gibt einen bestimmten Muskel in unserem Körper, der unsere Ängste beeinflusst, den Muskel der Seele. Und wenn wir ihn trainieren, können wir unseren Mut stärken.

Das ist der Psoas Muskel, der auch als den Sitz oder Muskel der Seele bezeichnet wird.

Egal, ob wir laufen, Fahrrad fahren, tanzen, Yoga machen oder einfach nur auf der Couch entspannen, unser Psoas-Muskeln spielt dabei eine Rolle. Das liegt daran, dass der Psoas-Muskel die wichtigste Verbindung zwischen unserem Oberkörper und unseren Beinen ist. Man kann den Psoas Muskel nicht sehen. Man kann nicht beurteilen, wie stark oder schwach oder gedehnt er ist, rein optisch.

Trotzdem zeigt sich am Körper(-bau) und der Haltung, wie stark die inneren Muskelschichten sind.

Unser Psoas-Muskel ist der tiefste Muskel in unserem Kern, in unserem Körper.

Er beginnt am mittleren Teil deiner Wirbelsäule, ungefähr dort wo der BH sitzt und läuft von dort nach vorne in den Bauch und in das Becken und endet am Oberschenkelknochen.

Tatsächlich ist es der einzige Muskel, die die Wirbelsäule mit deinen Beinen verbindet.

Der Psoas-Muskel ist nicht nur für das strukturelles oder körperliches Wohlbefinden wichtig, sondern auch für dein psychisches Wohlbefinden, unteranderem weil er mit deinem Atem verbunden ist.

Der Psoas Muskel ist durch Faszien mit dem Zwerchfell verbunden, in das wir atmen.

Diese Verbindung ermöglicht es dir zu atmen und der Muskel hat Einfluss darauf wie du auf Angst und Aufregung reagierst.

Auch weil der Psoas unmittelbar mit dem Reptiliengehirn, dem ältesten Teil des Hirnstamms und dem Rückenmark gekoppelt ist, über die Wirbelsäule.

Das Reptiliengehirn koordiniert und triggert unsre Instinkte. Urinstinkte wie eben die Angst. Auf diese können wir mit unserem Verstand oder unserem Willen keinen Einfluss nehmen.

Der Psoas zieht sich zusammen bei ‚Gefahr‘, wenn wir uns erschrecken oder unter Stress stehen. Er wird sozusagen aktiviert, wenn wir uns unsicher fühlen - wenn Stresshormone ausgeschüttet werden kontrahiert er. Besonders reaktiv ist er gegenüber Angst und Wut.

Dass unser körperliches Empfinden auch Einfluss auf unsere Psyche hat, ist nichts Neues.

Die Autorin Liz Koch, die Königin des Psoas Muskels beschreibt in ihrem Buch "The Psoas Book", dass immer mehr Experten davon ausgehen, dass der Entstehungsprozess von Angst in beide Richtungen funktioniert.

Einmal ist es so, wenn dein Gehirn Gefahr signalisiert und daraufhin Stresshormone ausschüttet werden, sich die Psoas Muskulatur kontrahiert und der Angstreflex ausgelöst wird.

Es gibt auch noch einen zweiten Prozess, der Angst entstehen lassen kann. Wir können den Psoas Muskel im Alltag verspannen, durch beispielsweise langes Sitzen am Schreibtisch, oder durch zu enge Hosen, durch das Tragen hoher Absätze, oder durch geringe Bewegung. Alles Situationen die die Muskulatur sich verhärten lassen kann.

Ein angespannter Psoas sendet wiederum 'Verspannungs'-Signale an unser Gehirn, und auch daraufhin wird der Angstreflex ausgelöst. Da der Psoas angespannt ist, aber eigentlich keine Gefahr besteht.

Ein angespannter Psoas löst den Angstreflex aus, entweder weil ihm durch das Gehirn Gefahr suggeriert wird oder weil wir den Psoas, durch langes Sitzen beispielsweise, verkrampfen lassen.

Wenn ein chronisch angespannter Psoas dem Körper kontinuierlich Gefahr signalisiert, erschöpft das irgendwann die Nebennieren und das Immunsystem und wir werden krank.


Die Taoisten, die taoistische Tradition bezeichnen den Psoas als den Muskel der Seele wegen seiner Verbindung zu unserer tiefsten Essenz und Kernidentität.

Der Psoas wird deshalb als der Sitz oder der Muskel der Seele bezeichnet, weil er den unteren "Dan Tien", das Hauptenergiezentrum des Körpers umgibt.

Dieser Bauchbereich um den Bauchnabel herum wird als physischer Schwerpunkt des menschlichen Körpers betrachtet und ist der Sitz der eigenen inneren Energie. Auch in der Yogaphilosopie wird angenommen, dass es der Sitz des Prana ist, das von dort in den gesamten Körper ausstrahlt.

Es ist faszinierend, dass es so viele unterschiedliche Konzepte gibt, den Taoismus, die Yogaphilosopie und auch unsere Wissenschaft, die alle den Bauchraum oder den Psoas, den Bereich um den Nabel herum, als unglaublich wichtig für unsere Psyche und unseren Körper einschätzen.

Es ist wichtig, diesen Seelenmuskel zu lockern und zu entspannen.

Wenn sich der Psoas ent-spannt, beginnen auch unsere emotionalen Blockaden zu schmelzen.

Vor allem interessiert sich die Traumaforschung für diesen Muskel, allen voran Peter Levine und Bessel van der Kolk, da der Psoas scheinbar Traumata abspeichert.

Über den Psoas Muskel können wir traumatische Erfahren aber auch heilen: Kommt es zu einer traumatischen Erfahrung, zieht sich unwillkürlich der Psoasmuskel zusammen wie eine Schnecke, die berührt wird.

Die Anspannung, die nicht herausgelassen und ausagiert wird, speichert die Psoas Muskulatur. Stress, Anspannung und Trauma wird im Psoas Muskel gesammelt und sitzt dort fest.

Du kannst den "Seelenmuskel" mit Yogaübungen, mit Atemübungen und vor allem mit TRE® (Tension and Trauma Releasing Exercises) lockern und ihn "geschmeidig" machen, um Ängste, traumatische Erlebnisse und körperliche Anspannung abzulegen.

Bei TRE® arbeiten wir mit dem neurogenen Zittern und geben dem Körper dadurch einen Kanal, um Ängste und Anspannung physisch abzuleiten.


Hörst Du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden, um Ängste zu bewältigen, gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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© 2020 Johanna Schaeffer

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