PSOAS - DER MUSKEL DER SEELE



Ich bin mir sicher, dass dir schon mal gesagt wurde oder du schon mal gehört hast, dass Depression, Angst und Panik alles nur im Kopf stattfinden.

Dass es ein mentales Problem ist. Das ist nicht der Fall!

Das ‚Problem‘ sitzt in deinem Körper.

Es gibt einen bestimmten Muskel in unserem Körper, der unsere Ängste beeinflusst, den Muskel der Seele. Und wenn wir ihn trainieren, können wir unseren Mut stärken.

Das ist der Psoas Muskel, den man eben auch als den Sitz oder den Muskel der Seele bezeichnet.

Egal, ob wir laufen, Fahrrad fahren, tanzen, Yoga machen oder einfach nur auf der Couch chillen, unser Psoas-Muskeln spielt dabei eine Rolle. Das liegt daran, dass unser Psoas-Muskeln die wichtigsten Verbindungen zwischen unserem Oberkörper und unseren Beinen ist. Man kann den Psoas Muskel nicht sehen. Man kann nicht beurteilen, wie stark oder schwach er ist. Oder wie gedehnt er ist, rein optisch.

Trotzdem zeigt sich am Körper(-bau) und der Haltung, wie stark die inneren Muskelschichten sind.

Unser Psoas-Muskel ist der tiefste Muskel in unserem Kern, in unserem Körper.

Er beginnt am mittleren Teil deiner Wirbelsäule, ungefähr dort wo der BH sitzt und läuft von dort nach vorne in den Bauch und in das Becken und endet am Oberschenkelknochen.

Tatsächlich ist es der einzige Muskel, die die Wirbelsäule mit deinen Beinen verbindet.

Der Psoas-Muskel ist nicht nur für das strukturelles oder körperliches Wohlbefinden wichtig, sondern auch für dein psychisches Wohlbefinden, unteranderem weil er mit deinem Atem verbunden ist .

Der Psoas Muskel ist durch Faszien mit dem Zwerchfell verbunden, in das wir atmen.

Diese Verbindungen zwischen dem Psoas-Muskel und dem Zwerchfell ermöglicht es dir zu atmen und der Muskel hat dadurch Einfluss darauf wie du auf Angst und Aufregung reagierst.

Auch weil der Psoas unmittelbar mit dem Reptiliengehirn, dem ältesten Teil des Hirnstamms und dem Rückenmark, gekoppelt ist, über die Wirbelsäule.

Das heißt, das Reptiliengehirn koordiniert oder triggert unsre Instinkte, unsere Reflexe, nicht das Denken oder den Verstand. Sondern Urinstinkte wie eben Angst.

Der Psoas zieht sich zusammen bei ‚Gefahr‘, wenn wir uns erschrecken oder unter Stress stehen. Er wird aktiviert, wenn wir uns unsicher fühlen - und wenn Stresshormone ausgeschüttet werden. Der Psoas ist besonders reaktiv gegenüber Angst und Wut.

Dass unser körperliches Empfinden auch Einfluss auf unsere Psyche hat, ist nichts Neues.

Die Autorin Liz Koch, die Königin des Psoas Muskel beschreibt in ihrem Buch "The Psoas Book", dass immer mehr Experten davon ausgehen, dass dieser Prozess wie Angst entsteht - in beide Richtungen funktioniert.

Also einmal ist es so, wenn dein Gehirn Gefahr signalisiert und daraufhin Stresshormone ausschüttet werden, hat es zur Folge, dass sich der Psoas Muskel verspannt und der Angstreflex wird ausgelöst. Aber es gibt auch noch einen zweiten Prozess, der Angst entstehen lassen kann. Wir können den Psoas Muskel verspannen, durch beispielsweise langes Sitzen am Schreibtisch, oder durch zu enge Hosen, durch das Tragen von hohen Absätzen, oder durch wenig Bewegung. Alles Situationen die den Muskel verspannen können.

Ein angespannter Psoas, sendet wiederum Signale an unser Gehirn, und daraufhin wird der Angstreflex ausgelöst, da der Psoas verkrampft ist, aber eigentlich keine Gefahr besteht.

Also ein angespannter Psoas löst den Angstreflex aus, entweder weil ihm durch das Gehirn Gefahr suggeriert wird oder weil wir den Psoas durch langes sitzen beispielsweise, hart und verkrampft machen.

Und wenn ein chronisch angespannter Psoas dem Körper kontinuierlich Gefahr signalisiert, erschöpft das irgendwann die Nebennieren und das Immunsystem und wir werden krank.


Die Taoisten, die taoistische Tradition bezeichnen den Psoas als den Muskel der Seele wegen seiner Verbindung zu unserer tiefsten Essenz und Kernidentität.

Der Psoas wird deshalb als der Sitz oder der Muskel der Seele bezeichnet, weil er den unteren "Dan Tien", das Hauptenergiezentrum des Körpers umgibt.

Dieser Bauchbereich um den Bauchnabel herum wird als physischer Schwerpunkt des menschlichen Körpers betrachtet und ist der Sitz der eigenen inneren Energie. Und auch in der Yogaphilosopie wird angenommen, dass es der Sitz des Prana ist, das nach außen auf den gesamten Körper ausstrahlt.

Es ist so faszinierend, dass es so viele unterschiedliche Konzepte gibt, den Taoismus, die Yogaphilosopie und auch unsere Wissenschaft, die alle den Bauchraum oder den Psoas, den Bereich um den Nabel herum, als unglaublich wichtig für unsere Psyche und unseren Körper einschätzen.

Also. Es ist wirklich wichtig, diesen Seelenmuskel zu lockern, zu entspannen.

Wenn sich der Psoas entspannt und die Spannung sich auflöst, beginnen auch unsere emotionalen Blockaden zu schmelzen und sich aufzulösen.

Vor allem interessiert sich die Traumaforschung für diesen Muskel, da der Psoas Traumata abspeichert. Aber auch heilen kann, weil wie schon erwähnt, ist der Psoasmuskel am Angstreflex beteiligt: Kommt es zu einer traumatischen Erfahrung, zieht sich unwillkürlich der Psoasmuskel zusammen wie eine Schnecke, die berührt wird.

Die Anspannung, die nicht herausgelassen wird, wird im Psoas Muskel gespeichert. Stress, Anspannung, Trauma wird im Psoas Muskel gespeichert und sitzt dort fest.

Du kannst den "Seelenmuskel" mit Yogaübungen, mit Atemübungen und vor allem mit TRE® lockern und ihn "geschmeidig" machen, um Ängste, traumatische Erlebnisse und körperliche Anspannung abzulegen.


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© 2020 Johanna Schaeffer

DER 1. SCHRITT UM ANGST ABZULEGEN

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