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  • Karla Johanna Schaeffer

Selbstvertrauen durch den Mut zum Scheitern


Calm is your Superpower Podcast

Heute werden wir über das Scheitern sprechen. Das Scheitern, mit einer alternativen, augenöffnenden Bedeutung, vielleicht auch für dich. Ich würde sagen, dass die meisten Menschen ihre Träume und große Ziele nicht verwirklichen, weil sie nicht scheitern wollen. Weil das Gefühl der Ablehnung und dieses Verletzlich-Machen in Momenten der Abfuhr und des Nicht-Erreichens einer Sache, nicht erlebt werden will. Frage dich einmal in diesem Moment, wann du das letzten Mal gesagt hast: "Ich habe echte Angst davor zu Scheitern".

Aber mal ehrlich: Was soll das denn genau heißen? Was ist Versagen? Und warum haben wir Angst davor? Haben wir so große Angst vor einem verbeulten Ego? Oder, Trickfrage, geht es wieder um die Gefühle, die dabei aufkommen?


Wie reagierst du, wenn du das Gefühl hast, versagt zu haben und etwas gescheitert zu sein? Ziehst du dich zurück? Beschwerst du dich darüber? Siehst du es als ein Zeichen des Universums, aufzugeben und benutzt du es als Ausrede, um deine Ziele aufzugeben?

Oder behandelst du es als die wertvolle Lernmöglichkeit, die es ist?


Die Vorstellung vom Scheitern wurde als so katastrophal schrecklich aufgebaut, dass die meisten Menschen lieber gar kein Risiko eingehen, als auch nur eine kleine Chance auf ein Scheitern zu riskieren. So hören Viele bedauernswerterweise einfach auf, Erwartungen zu haben und scheitern deshalb nie. Sie halten ihre Erwartungen sehr niedrig. Sie wagen sich nicht aus ihrer Komfortzone heraus und müssen sich nie damit auseinandersetzen, dass sie ihre eigenen Erwartungen nicht erfüllen. Ich finde das sehr schade.


Dass das Scheitern zu jedem Erfolge mit dazu gehört, habe ich von meinem Coach gelernt. Es hat, ich kann es nicht sagen, mein Leben verändert. Die Aufgabe meines Coaches bei dem Aufbau meiner Selbstständigkeit war: Zu scheitern. A million times zu scheitern. Etwas auszuprobieren, und zu scheitern. Mir etwas Neues auszudenken, es auszuprobieren, und zu scheitern. Dann daraus zu lernen und etwas anderes zu probieren. Angebote zu machen, und zu scheitern. Sie hat mich immer wieder gefragt: wie oft bist du gescheitert? Bist du diese Woche genug gescheitert Johanna? Wir haben das Scheitern gemeinsam geübt, ich habe es alleine geübt, ich bin gescheitert und gescheitert bis ich den richtigen Dreh gefunden hatte. Und so scheitere immer wieder an Dingen die ich mir neu vornehme, bis ich die richtige Schraube zum Festziehen gefunden habe.


Ich betrachte es als absolute Lebenshilfe in jeder Lebenslage, das Scheitern so betrachten und nutzen zu können. Warum vermeidest du es, zu scheitern? Was ist der Grund dafür? Warum bleibst du in deiner Komfortzone? Vielleicht ist dein Ziel nicht ein berufliches, und bewegst du dich in einem anderen Bereich nicht aus deiner Komfortzone heraus? In der Liebe vielleicht? Es läuft immer darauf hinaus, dass du vermeidest, etwas fühlen zu wollen. Der wahre Grund, warum wir jede Art von "Verfehlung", jede Art von Nichterfüllung unserer Erwartung vermeiden, ist, dass wir nicht fühlen wollen, was wir fühlen werden, wenn ebendas passiert. Fühl einmal in dich hinein, ob das auch für dich stimmt? Und dann mach dir bewusst, wie verrückt das ist.


Ironischerweise ist der ganze Grund, warum du das Scheitern vermeidest, der, dass du etwas vermeidest, worüber du die volle Kontrolle hast, nämlich deine Reaktion auf das Scheitern. Wenn Scheitern bedeutet, dass man seine eigenen Erwartungen nicht erfüllt, dann würde ich Erfolg so definieren, dass man seine eigenen Erwartungen erfüllt. Ja? Der beste Weg, sie zu erfüllen, ist zu üben, sie zu erfüllen. Viele Fehler zu machen und zu lernen, was alles nicht funktioniert. Wenn man auf diese Weise über das Scheitern und das Handeln nachdenkt, dann ist man nicht so sehr damit beschäftigt, was es bedeutet, wenn nicht alles perfekt läuft. Ich habe das Gefühl, dass Perfektionismus besonders für unsichere Menschen eine Ausrede ist, um nicht aktiv zu werden und zu versagen, und damit ihre eigenen Erwartungen nicht zu enttäuschen.


Es scheint ziemlich riskant, sich außerhalb seiner Komfortzone zu begeben und etwas auszuprobieren, was man noch nie getan hat. Was riskierst du dabei? Das Scheitern. Wenn du allerdings eher bereit bist auch zu scheitern, wirst du natürlich deine Misserfolgsquote verdoppeln, vielleicht sogar verdreifachen. Du wirst aber ebenfalls eine viel höhere Chance haben, letztendlich Erfolg zu haben.


Der Schlüsselmoment


Der Schlüsselmoment für mich war konkret die Frage meines Coaches: Wie oft bist du gescheitert diese Woche?

Was meint sie damit? Sie wollte mir bewusst machen, wie oft ich die Möglichkeit auf einen Gewinn genutzt habe und in meinem Fall etwas getan habe, wie ein Angebot ausgesprochen, eine Handlung vorgenommen, irgendetwas versucht habe, aus dem ein Scheitern oder ein Erfolg werden könnte. Denn das eigentliche Problem ist das vorzeitige Scheitern, wenn wir uns gar nicht erst wagen, eine Handlung vorzunehmen.


Lass uns also nun konkret über die Vorteile des Scheiterns sprechen. Ich möchte dir am Beispiel eines kleinen Kindes, das neu laufen lernt, zeigen, wie ein paar grandiose Fehler zum Erfolg führen. Wenn man sich ansieht, wie kleine Kinder versuchen zu laufen, werden wir sehen, wie sie bei jedem dritten Schrittchen hinplumpen, heulen, oder verwirrt sind. Das Faszinierende daran ist, dass einer der Gründe, warum sie nicht gut laufen können der ist, dass sie noch nicht die Kraft dazu haben. Wenn kleine Kinder dann hinfallen und sich wieder hochstemmen müssen, gibt ihnen genau dieses Hochstemmen die Kraft, um schließlich irgendwann laufen zu können.

Wenn sie aufhören würden zu versuchen zu laufen, weil sie gescheitert sind nach den ersten Malen, hätten sie nie die Möglichkeit, stark genug zu werden, um laufen zu können. Durch ebendieses „Scheitern“, das Hinfallen, werden sie stark genug, um es schließlich tun zu können. Sie laufen. Dasselbe gilt für unser Selbstvertrauen. Unser Selbstvertrauen entsteht dadurch, dass Selbstvertrauen die Bereitschaft ist, vor anderen Menschen zu versagen.


Mir gefällt die Idee, das Scheitern zu üben. Mir gefällt der Gedanke, dass das richtige Scheitern eine Fähigkeit ist, die wir entwickeln. Nämlich gut darin zu werden, hinzufallen, um zu lernen und die Kraft zu entwickeln, um laufen zu lernen. Nur dann können wir mit Selbstvertrauen in unsere Zukunft gehen. Denn wir wissen: das Scheitern gehört dazu. Jedes Scheitern ist ein Einzahlen auf das Konto meines Erfolges. Ich drehe so lange an den Schrauben, bis ich die richtige gefunden habe.


Menschen, die mit etwas mehr Erfolg haben als andere, wissen, dass das Scheitern ein wichtiger Teil des Lernprozesses ist. Sie wissen, dass Scheitern nur eine Möglichkeit ist, durch trial and error, durch Versuch und Irrtum, zu lernen. Wir müssen nicht nur aufhören, so viel Angst vor dem Scheitern zu haben, sondern wir müssen auch bereit sein zu scheitern - ja, es sogar mit einzukalkulieren, auch zu scheitern.

Ich nenne diese Art des lehrreichen Scheiterns "vorwärts scheitern". Misserfolge sind Wegweiser auf dem Weg zum Erfolg. Sie zeigen dir die Richtung, in die du als Nächstes gehen musst, wenn du dein endgültiges Ziel erreichen willst.


Das vorzeitige und eigentliche Scheitern besteht darin, dass du ein Vorhaben gar nicht erst versucht. Das ist ein Scheitern im Voraus. Denn damit drehst du dich nur in deinem eigenen Unbehagen weiter in deiner Komfortzone. Denke daran, dass das Scheitern keine Sackgasse ist. Es ist lediglich ein Umweg, der vielleicht etwas länger dauert, um ans Ziel zu kommen, dir aber die Werkzeuge und Ressourcen an die Hand gibt, die du brauchst, um dein Ziel zu erreichen. Es mag sich wie eine Verzögerung anfühlen, aber in Wirklichkeit ist es ein notwendiger Zwischenstopp. Es ist DER notwendige Zwischenstopp, der dich befähigen wird, in Zukunft viel bessere Ergebnisse zu erzielen.



Hörst Du gerne Podcast? Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zum Umgang mit Stress und mit Wegen in ein neues Selbstvertrauen gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'. Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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