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  • Karla Johanna Schaeffer

Selbstwert - Was heißt es Dich selbst zu mögen?



Was es heißt, Dich selbst zu mögen?


Es gibt den Satz: Du kannst niemanden wirklich lieben, wenn du dich selber nicht lieben kannst. Für viele beginnt hier das Dilemma, weil sie in sich hinein fühlen und merken: Ehrlich gesagt bin ich gar nicht so ein riesen Fan von mir.

In diesem Beitrag soll es darum gehen, warum ich glaube diese Aussage, man müsse sich selbst lieben, um lieben zu können und um von anderen geliebt zu werden nicht wirklich stimmt. Und wie wir wiederum zu mehr Freundlichkeit gegenüber uns selbst kommen.


Eine gute Beziehung mit dir selber einzugehen fühlt sich vielleicht noch schwierig an, weil du eventuell Dinge siehst oder fühlst an dir, die du gerne vermeiden würdest oder lieber anders hättest. Dinge, für die du dich schämst oder die schmerzhaft für dich sind.


Überlege einmal, wie sehr du bestimmte andere Menschen liebst. Wie sehr du vielleicht deinen Hund liebst. Wieviel Liebe es in dir gibt. Und trotzdem bist du vielleicht kritisch und nicht besonders nett mit dir. Die Kapazität der Liebe hingegen, ist da.

Zu sagen, dass man nicht wirklich lieben kann, wenn man sich selbst nicht liebt, ist abschätzig. Denn es insinuiert, dass du schon wieder etwas nicht richtig machst.


Ich persönlich habe eine leichte Zurückhaltung gegenüber dem Wort Selbstliebe. Ich empfinde dieses Wort als sehr hoch und erhaben und verbinde es mit einem hohen, zu hohen Anspruch. Für andere mag es stattdessen ein sehr schönes Wort sein.


Stattdessen habe ich das Wort Selbstachtung für mich als erstrebenswert gefunden. Eine Freundlichkeit gegenüber sich selbst, freundlich zu sein mir dir - das scheint mir ein guter Anfang zu sein.


Vielleicht hilft dir auch die Sichtweise des begleitens. Einen liebevolleren Umgang mit dir selber zu entwickeln, mit dem Bild, wie eine Mutter auf dich abzupassen, dich zu leiten und zu begleiten.

Wir Frauen sind oft Mütter, wir leiten und begleiten und geben Raum. Es liegt uns im Blut, auch wenn wir kein Kind geboren haben. Es ist für uns eine natürliche Eigenschaft Raum zu geben, zu halten, zu geben, zu führen, zu begleiten. Und das kann ich mit mir selber tun.


Frauen waren schon immer die Beschützer der schönen, verletzlichen und kostbaren Dinge auf dieser Welt.

Und wie es scheint, wurde dir, wurde mir dieser Körper, mein Körper gegeben und anvertraut. Dein Körper und deine Seele wurden dir anvertraut für die Zeit auf diesem Planeten. Anscheinend dachte jemand dort oben, es sei eine gute Idee und ich oder in deinem Falle Du könntest gut auf diesen Körper und auf dieses Leben, dein Leben, aufpassen.


Das ist, was ich für mich erkannt habe.

Jemand dort oben vertraut mir diese Aufgabe an. Und irgendetwas in mir ist sich sicher, er oder sie hätten das nicht getan, wenn sie nicht ebenfalls sicher wären, dass ich ziemlich gut darauf aufpassen kann. 'Es' beschützen kann, so gut wie möglich.

Aus irgendeinem Grund haben sie mir diese Leitung gegeben. Diesen Körper gegeben. Diese Fähigkeiten gegeben. Diese Herausforderungen und Lektionen gegeben. Diese Traumata und diese Talente gegeben.

Und für mich ist die Aufgabe mit folgendem Wortlaut angekommen: Kannst du dich um diese Leihgabe kümmern? Sie beschützen und sie begleiten?

Würdest du freundlich zu ihr sein? Wir legen sie in deine Hände.


Dieses Verständnis, dein eigener Begleiter zu sein und dich als dein Verantwortlicher zu verstehen und diese Verantwortung und Aufsicht anzunehmen, das hat mir aus ein paar sehr unangenehmen Phasen und Situationen geholfen.


Situationen, in denen ich ansonsten geblieben wäre - länger geblieben wäre, Situationen, in denen dieser Körper oder dieses Wesen nicht blühen konnte. In denen es mir schlecht erging und ich mich haben verkümmern lassen.

Ich glaube Teil der Freundlichkeit mit sich selbst ist ein Beschützerinstinkt deiner Selbst. Dich in Umgebungen zu setzen, in denen du aufblühen kannst. Dir Möglichkeiten zu schaffen, die dir guttun. Für dich zu sorgen, mütterlich, liebevoll und mit Freundlichkeit eben.


Und das heißt auch manchmal, dir Spinat zu geben, damit deine Knochen stärker werden.

Blühen zu können bedeutet beispielsweise genug zu schlafen, gut zu essen, dir die Lasten zu nehmen die du vielleicht trägst, etwas gegen deine Ängste zu unternehmen, dich selbst zu beruhigen, etwas gegen die harte Kritik in deinem Kopf zu tun. Eben all das, was du tun würdest um ein verletzliches Lebewesen zu schützen, das dir anvertraut wurde.


Und was ich über die Jahre festgestellt habe ist, das wenn ich ‚es‘ in eine Umgebung stecke, die nicht gut für es ist, fällt es in sich zusammen. Wird krank oder brennt aus und kann nicht mehr.

Festzustellen: Diese Leihgabe, die mir gemacht wurde, der geht es nicht sonderlich gut. Sie kann nicht schlafen, nicht abschalten, sie dreht durch. Ich muss etwas ändern, mich kümmern, denn es ist meine Verantwortung. Ich bin ihre Mutter. Ich bin ihre Aufsicht. Ich bin gefragt.


Und das ist wie ich Selbstliebe definiere. Diese Freundlichkeit, dieser gute Wille und dieser Beschützerinstinkt gegenüber dir selber.

Weil wir erkennen, was für eine Aufgabe uns gegeben wurde. Diese Ehrfurcht vor dem Leben, das dir anvertraut wurde. Vor allem wir Frauen, die wir besonders kritisch mit uns sind, wir kümmern uns um die schwachen, verletzlichen, schönen und kostbaren Dinge. Wir haben vielleicht teilweise nur vergessen, dass wir dort auch dazu gehören. Dass wir tatsächlich diejenige und derjenige sind, den es gilt zu beschützen und zu leiten.


Finde für den Moment nun einen Gedanken, der freundlich ist zu dir. Und diesen Gedanken übst du, indem du ihn mit einem Gefühl entstehen lässt.

Du kannst dir noch so oft sagen: Ich bin gut, ich bin gut, ich bin gut. Wenn es nur ein leerer Satz ist, ohne dass er bei dir mit Gefühl ankommt, bringt er nichts. Das ist nur eine platte Affirmation.

Finde also einen Satz. Zum Beispiel: ‚Ich hab dich richtig lieb.‘ ‚Du bist mir wirklich wichtig.‘ Und sage ihn dir mit Gefühl. Lasse dich in dieses Gefühl hinein fallen und spüre es in dir. In deinem Körper.


Wenn wir bestimmte stärkende Gedanken üben, indem wir uns erst unserer Rolle in unserem Leben bewusst werde und dann mehr dieser freundlichen Gedanken über uns denken können, bekommen wir ein anderes Gefühl für uns und können anders und besser für uns handeln.

Es fällt uns einfacher gesunderes Essen in uns aufzunehmen, wir können unsere Umgebungen besser wählen, wir können bessere Grenzen setzen, wir können dafür sorgen, dass sich unsere Körper regenerieren, wir können unser Zuhause sauberer halten, wir können freundlicher mit uns sein wenn wir Fehler machen, wir können unsere Zeit besser einteilen und nutzen, wir werden mehr Schlaf bekommen. Und so weiter. Denn dein Gefühl zu dir hat sich verändert. Du erkennst deine Kostbarkeit.


Ist es nicht wahnsinnig, was freundliche Gedanken, gute Gefühle und gesundes Handeln zur Folge haben? Das Resultat ist eine schönere Beziehung mit dir. Die, die du immer bei dir bist, egal wo du hingehst und mit wem, weil du dir bewusst darüber bist, wie wichtig du für dich bist.


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