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  • Karla Johanna Schaeffer

Vagusnerv Stimulation gegen Stress.



Der Vagus-Nerv ist ein kleines Wunder. Er ist mit fast allen unserer Organen verbunden und hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Psyche.

Der Vagusnerv ist ein Nervenkostüm, oder eben der größte Nerv im Körper. Er setzt am Hirnstamm an, tatsächlich ist die Zentrale des Vagus Nerv ist in unserem Gehirn, von dort wandert er durch den Hals, dann über die Ohren und läuft dann weiter indem er Organe in Brust- und Bauchraum miteinander verbindet.

Vagus ist lateinisch und bedeutet „umherschweifend“. Und tatsächlich breitet er sich fächerartig in unserem Körper aus und besonders großen Einfluss hat er auf dein Herz, deine Lunge, den Magen und Darm.

Er beeinflusst deine Atmung, deine Verdauung und auch deine Herzfrequenz.


Der Vagusnerv spielt eine Rolle bei der Weitergabe von Informationen über den Körper an das Gehirn.

Und weil er eben so viele Funktionen reguliert – Herz, Lunge, Leber, Magen und Darm – kommt ein großer Teil unseres Körpers aus dem Gleichgewicht, wenn wir Angst spüren.

Wenn wir den Vagusnerv stimulieren und dadurch aktivieren, zeigen viele Studien, dass Symptome wie Depression und Angstzustände reduziert werden.

Der Vagusnerv kann also eine absolut heilende Wirkung haben. Er schenkt uns neue Energie, gibt Kraft und Gelassenheit.

Lange Zeit dachte man, dass er unwillkürlich wirkt, dass wir sein Wirken also nicht beeinflussen können. Aber neue Forschungen zeigen jetzt das Gegenteil: Wir können ihn gezielt aktivieren und dadurch langfristig mehr Ausgeglichenheit spüren.

Denk mal einen Moment an all die Situationen, in denen du Angst fühlst, an alles, das Unbehagen, Abneigung oder Panik in dir verursacht.

Wenn wir diese Momente analysieren, merken wir, wie unser Magen oder unser Darm beginnt mit uns zu leiden.

Diese Gefühle werden sofort vom Vagusnerv registriert. Er sendet eine klare Nachricht an das Gehirn, nämlich: ich registriere eine Bedrohung.

Und dann fängt der Körper an, alles in Bewegung zu setzen, um diese Gefahr bewältigen zu können. Stresshormone, Anspannung, alles wird aktiviert, um einer Gefahr zu entgehen oder um uns in einen Zustand zu bringen, um kämpfen zu können. Diese Aktivierung der Gefahrenhaltung auf Dauer ist sehr anstrengend für den Körper und irgendwann ist es so geschwächt, dass er mit Krankheit reagiert.

In vielen Fällen ist eine Entzündung im Körper die Reaktion auf Stress. Und deswegen kann auch die Reduzierung von Stressreaktionen im Nervensystem und Körper Entzündungen reduzieren und Krankheiten heilen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den Vagusnerv zu stimulieren oder zu aktivieren, die wir alle leicht für uns selbst nutzen können.

Jede akute Kälteeinwirkung erhöht die Aktivierung des Vagusnervs. Du kannst ein kaltes Gesichtsbad machen, du kannst dich kalt abduschen und sehr gut ist die Wechselwirkung von kalt und heiß, eine Sauna mit anschließender kalter Dusche.

Mit kaltem Wasser kurbelst du den Stoffwechsel an, du bekommst automatisch wieder Energie, fühlst dich erfrischt, deine Schilddrüse wird aktiviert, du nimmst deinen Körper wieder bewusst wahr, weil es starke Körperempfindungen auslöst und du kurbelst dein Immunsystem an.

Singen, Summen und Gurgeln stimuliert deinen Vagusnerv und kann dadurch deinen Stress verringern, da der Vagusnerv auch mit dem Rachen verbunden ist und durch die Vibration stimuliert wird. Zum Beispiel mehr unter der Dusche zu singen, stimuliert den Vagusnerv und tut dir gut. Es wurde auch festgestellt, dass singen Oxytocin, das Liebeshormon erhöht.

Singen kann als Behandlung für eine Reihe von Erkrankungen, einschließlich Depressionen, Angstzuständen und Darmproblemen helfen.

Und natürlich die Bauchatmung.

Eine ruhige, gleichmäßige Bauchatmung kann innere Anspannung, Unruhe, Stress und Ängste in kürzester Zeit deutlich reduzieren.

Versuch immer wieder während des Tages bewusst und tief durch die Nase in den Bauch zu atmen, zähl mal mit, wie viele Sekunden dein Ein- und Ausatmen dauert. Versuch es immer weiter raus zu zögern - ohne das Gefühl von Atemnot zu bekommen.

Stell dir dabei vor, du hast einen Ballon im Bauch, der sich beim Einatmen in alle vier Richtungen dehnt, nach vorne, zu beiden Seiten und nach hinten.

Am besten machst du das über den Tag verteilt jeweils 3 Minuten am Stück.


Yoga erhöht die Aktivität des Vagusnervs.

Auch Massagen, sogar Fuß Massagen stimulieren den Vagusnerv.

Und Lachen aktiviert den Vagusnerv. Lachen ist die beste Medizin, wird uns ja schon früh beigebracht.

Es gibt immer noch eine Menge über den Vagusnerv, den die Wissenschaft nicht versteht. Aber es werden immer mehr Geheimnisse enthüllt und neue, effektivere Wege begangen, um Schmerzen, Entzündungen, Angst und Krankheiten zu lindern und zu heilen.

Viele dieser einfachen Handlungen vermitteln ein Gefühl der Ruhe und des Trostes. Und jede wirkt wie Magie, weil es ein kompliziertes Nervensystem aktiviert, dass das Gehirn mit dem Herzen, dem Darm, dem Immunsystem und vielen anderen Organen verbindet. Dieses System bezeichnen wir als Vagusnerv.


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Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden zur Stressbewältigung gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify und auf meiner Webseite.

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