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  • Karla Johanna Schaeffer

Warum Tränen heilsam sind



Tränen sind ein Entlastungsventil des Körpers für Traurigkeit, Schmerz, Angst und Frustration. Natürlich kannst du auch Tränen der Freude weinen, oder Tränen der Erleichterung, wenn etwas Schwieriges vorbei ist.


Ich bin dankbar, wenn ich weine. Da, es ist raus. Es fühlt sich reinigend an, im Moment auch mal schmerzvoll und manchmal hoffnungslos, aber es ist der Weg, um aufgestaute Gefühle loszulassen. Sich hinzugeben, damit sie sich nicht als noch mehr Stresssymptome wie Müdigkeit und Schmerzen in meinem Körper niederlassen und festsetzen. Um Emotionen fließen zu lassen und um Stress aus dem Körper zu entlassen, ermutige ich, zu weinen und das Weinen zuzulassen. In jeder ersten Sitzung ermutige ich, Tränen fließen zu lassen, wenn sie sich zeigen. Als Frauen und Männer, Tränen sind ein Zeichen von Mut, Stärke und Authentizität.


Wie Meerwasser, sind auch Tränen salzig.

Sie schützen deine Augen, entfernen Reizstoffe, reduzieren Stresshormone und enthalten Antikörper. Unser Körper produziert drei Arten von Tränen: Reflextränen, kontinuierliche Tränen und emotionale Tränen. Jede Art hat unterschiedliche Heilungsrollen. Zum Beispiel ermöglichen Reflextränen deinen Augen, schädliche Partikel zu entfernen, wenn sie durch Rauch oder Abgase gereizt werden.

Die zweite Art, kontinuierliche Tränen, werden regelmäßig produziert, um unsere Augen feucht bzw. beweglich zu halten. Diese enthalten eine Chemikalie namens ‚Lysozym‘, die antibakteriell wirkt und unsere Augen vor Infektionen schützt. Tränen wandern auch durch den Tränenkanal zur Nase, um die Nase feucht und bakterienfrei zu halten. Normalerweise beruhigen sich unsere Atmung und Herzfrequenz nach dem Weinen und wir treten in einen ruhigeren biologischen und emotionalen Zustand.

Emotionale Tränen haben besondere gesundheitliche Vorteile.

Es wurde entdeckt, dass Reflextränen zu 98% aus Wasser bestehen, während emotionale Tränen auch Stresshormone enthalten, die durch Weinen aus dem Körper ausgeschieden werden.

Nachdem die Zusammensetzung der Tränen untersucht wurde, stellte man fest, dass emotionale Tränen diese Hormone und andere Toxine abgeben, die sich während des Stresses ansammeln. Zusätzliche Studien legen auch nahe, dass Weinen die Produktion von Endorphinen stimuliert, dem natürlichen Schmerzmittel unseres Körpers und ‚Wohlfühlhormonen‘. Interessanterweise sind Menschen die einzigen Lebewesen, von denen bekannt ist, dass sie emotionale Tränen weinen, obwohl es möglich ist, dass das auch Elefanten und Gorillas tun. Andere Säugetiere und auch Salzwasserkrokodile produzieren Reflextränen, die schützend sind und eine gut schmierende Funktion haben.

Emotionale Tränen sind eine Reaktion, die nur Menschen haben, nur Menschen können so trauern und sich emotional entladen.


Durch Weinen fühlen wir uns besser, auch wenn ein Problem weiterhin besteht. Neben der körperlichen Entgiftung heilen emotionale Tränen das Herz. Du solltest Tränen nicht zurückhalten. Klienten und auch Freunde sagen manchmal: ‚Entschuldige oder sorry, dass ich geweint habe. Ich habe versucht, es zurückzuhalten.‘ Und das tut mir jedes Mal leid, denn es ist gut und notwendig zu weinen. Ich weiß, woher dieses Scham Gefühl kommt: Uns sind Tränen unangenehm und wir wollen uns nicht so emotional und scheinbar verletzlich zeigen. Die Gesellschaft, die uns sagt, dass wir schwach sind wenn wir weinen – vor allem als starke Männer, die nicht weinen dürfen. Ich lehne diese Vorstellungen ab. Für mich sind starke Frauen und starke Männer, Menschen, die die Kraft und das Selbstbewusstsein haben, auch zu weinen. Das beeindruckt mich, schafft Verbindung und Authentizität.


Diese emotionale Tränenproduktion ist tatsächlich eine Möglichkeit uns bei der Bewältigung emotionaler Probleme zu unterstützen. Dieser Befund liefert eine Grundlage für den Ausdruck: ‚Sich auszuweinen hilft einer Person, sich besser zu fühlen.‘ Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass sich Menschen nach dem Weinen tatsächlich besser fühlen, sowohl physisch als auch physiologisch - und sie fühlen sich schlechter, wenn sie ihre Tränen unterdrücken.


Tränen sind nur eines von vielen Wundern, die so gut wirken, dass wir sie für selbstverständlich halten. Das Phänomen, das wir ‚Weinen‘ nennen, kann uns physiologisch, psychologisch und spirituell helfen zu heilen.


Tränen unterstützen das Loslassen.

Selbst wenn du nicht nur etwas Traumatisches durchgemacht hast, oder eine depressive Phase durchstehst, verbringt der durchschnittliche Mensch damit, während des Tages Konflikte und Ressentiments zu sammeln und zu verarbeiten. Sie sammeln sich im limbischen System des Gehirns und in bestimmten Ecken unseres Herzens. Weinen ist kathartisch. Es lässt die Teufel und Geister raus. Bevor sie alle Arten von Chaos mit dem Nerven- und Herz-Kreislaufsystem anrichten. All diese Gefühle müssen gefühlt werden. Wir müssen stampfen und wüten und schluchzen und weinen, schwitzen und zittern, ja auch zittern! Das ist unsere Menschlichkeit und das wurde uns mitgegeben, um mit schwierigen Situationen und Phasen im Leben umgehen zu können.


Versuche die veraltete, unwahre Vorstellungen über das Weinen loszulassen. Es ist gut zu weinen. Es ist gesund zu weinen. Es hilft, Traurigkeit und Stress emotional loszuwerden. Weinen ist auch wichtig, um Trauer zu lösen. Dass regelmäßig Tränen über uns kommen, nachdem wir einen Verlust erlebt haben. Tränen helfen uns, den Verlust zu verarbeiten, damit wir mit offenem Herzen weiterleben können. Ansonsten sind wir auf Unterdrückung und Festhalten eingestellt, wenn wir diese starken Gefühle nicht zeigen können. Weine, auch vor anderen Menschen. Es gibt nichts zu entschuldigen.

Auch in meinem Leben liebe ich es zu weinen. Ich weine wann immer ich kann. Tatsächlich weine ich so viel wie noch nie, alle Nase lang kommen mir die Tränen. Nicht aus Trauer sondern, weil mich so viele Dinge berühren. Ich bin mehrmals am Tag berührt. Von Verletzlichkeit, von Menschlichkeit, von Mitgefühl und ja, auch von meiner eigenen Traurigkeit. Gott sei Dank haben unsere Körper diese Fähigkeit. Ich hoffe auch du kannst diese Erfahrung schätzen. Lassen deine Tränen fließen, um dich von Stress und Negativität zu reinigen.


Tränen sind nur eines der vielen Wunder, die so gut wirken und wir für selbstverständlich halten. Und es ist ein weiterer Grund zu der Erkenntnis, dass unser wunderbarer, intelligenter, wertvoller Körper nicht nur das Ergebnis von evolutionärem Herumdoktern ist, für mich zumindest.


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Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden gegen Angst gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

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