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Was ist Dein Trauma?


Was ist dein Trauma? Karla Johanna Schaeffer

Was ist Dein Trauma?


Nun ja, mit dieser Frage gehe ich schon davon aus, dass du eins hast.

Vielleicht hast du keine diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung, aber ich weiß nicht, ob wir durchs Leben gehen können, ohne auch traumatisiert zu werden.


Wenn etwas passiert, das dir Angst macht und du diese Angst nicht überwinden kannst, traumatisiert dich das.

Trauma ist die Erfahrung, von einer grundlegenden Sicherheitsquelle getrennt zu werden.

Es gibt viele Theorien darüber, was Trauma ist und woher es kommt. Und mit Sicherheit gibt es nicht nur die eine Antwort.


Trauma ist eine Reaktion auf ein zutiefst belastendes Ereignis. Eine Erfahrung, die unsere Mechanismen der Bewältigung und Regulation übersteigt. Ein Ereignis, das Hilflosigkeit in uns auslöst, unsere Selbstwahrnehmung komplett beeinträchtigt, wie auch die Fähigkeit Gefühle und Erfahrungen zu spüren und zu verarbeiten.


Es hängt also mit dem Gefühl der Hilflosigkeit zusammen, mit dem Gefühl, selber die Kontrolle verloren zu haben.

Es ist emotional und / oder körperlich äußerst schmerzhaft.

Die Erfahrung wurde vielleicht sogar von unserem Gehirn abgespalten und kann daher nur noch in Fragmenten oder aber überhaupt nicht mehr in unserer Erinnerung sein.

Abhängig von der subjektiven Wahrnehmung jeder einzelnen Person können Vorfälle als traumatisch wahrgenommen werden oder nicht.


Trauma kann ein kurzes und einzelnes Ereignis oder ein langanhaltendes und wiederkehrendes Ereignis sein. Es kann ein schicksalhaftes Ereignis sein, zufällig oder von anderen Menschen verursacht. Es gibt also viele Möglichkeiten, wie wir Trauma erleben können. So auch das kollektive Trauma, das sich über Generationen vererbt.


Während Menschen, die keine Trauma Erfahrung gemacht haben, mit einem natürlichen Gefühl der Unverwundbarkeit gesegnet sind und sich sicher fühlen können, die Welt als bedeutsam, verständlich und kontrollierbar wahrnehmen und nicht zuletzt auch sich selbst als positiv, gut und wertvoll betrachten, rüttelt Trauma Erfahrung ganz schön an der Selbst- und Außenwahrnehmung.


Mit Trauma kann sich ein Gefühl des Verwundet Seins und der Verletzbarkeit einstellen. Die Welt scheint unkontrollierbar, unverständlich und unsicher und auch man selbst sieht sich häufig als fehlerhaft, beschädigt, sogar als wertlos.

Also kurzum, eine traumatische Erfahrung kann die Einstellung einer Person zum Leben und zur Welt und damit die Art und Weise, wie diese Person handelt und weiter im Leben steht, dramatisch verändern.


Ich will mit diesem Beitrag die Möglichkeit für dich eröffnen, dass du Erfahrungen gemacht hast, bei denen du an deine Grenzen gestoßen bist. Erfahrungen, die deine Bewältigungsmechanismen überschritten haben.

Und vielleicht merkst du, dass etwas sehr wohl traumatisch für dich war. Vielleicht erlebst du einige oder manche der Dinge, die ich hier eben aufgezählt habe und vielleicht hilft dir diese Einschätzung, deine Erfahrungen zu validieren. Dass du es verdienst, zu heilen, nachdem was du durchgestanden hast.


Wenn du emotionalen Schmerz erlebst, vielleicht aus einer traumatischen Situation, fühlt es sich an, als ob der Boden unter deinen Füßen instabil ist. Es ist so, als hätte es ein Erdbeben gegeben (oder eine Reihe von Erdbeben) und es gibt nun Risse in deinem Fundament.


Egal woher es kam, wenn du ein anhaltendes Trauma hast, weißt du es, weil du es fühlen wirst. Du fühlst es physisch in deinem Körper. Du fühlst Angst, Anspannung, Unsicherheit, Terror, Traurigkeit oder Schuldgefühle. Es wird vielleicht keine klare, direkte und für dich verständliche Ursache haben.


In Schocksituationen gelangen wir physiologisch betrachtet häufig in eine Schockstarre, den sogenannte ‚Totstellreflex‘, um anschließend möglicherweise eine Chance auf Flucht zu bekommen.

Wir geben innerlich auf, und die Körper- und Kreislauffunktionen ‚werden abschaltet‘ und es findet ein innerer ‚Rückzug‘ statt.

Was auf der körperlichen Ebene passiert nach einer Traumatisierung, ist oft ein Angstkreislauf.


Eine traumatische Erfahrung hinterlässt uns erschöpft, geschwächt und möglicherweise krank. Da wir im Überlebensmodus arbeiten (Emotionen müssen unterdrückt werden), funktionieren wir teilweise wie ein Roboter.

Auch das Gegenteil ist möglich: Du kannst dich nicht regulieren oder kontrollieren, bist überreizt, dünnhäutig, leicht ablenkbar, beginnst schnell zu weinen.

Du kannst dich nicht mehr sicher fühlen und es ist schwierig Gefühle gegenüber dir selbst und anderen zu haben. Du fühlst dich wie betäubt, hast ein verringertes Interesse am sozialen Leben, nichts macht mehr Sinn und es bleibt das Angstgefühl.


Trauma ist nicht nur in deinem Kopf. Es ist in deinem Körper.

Dies ist das erste und wichtigste, was du wissen musst, um ein Trauma zu verarbeiten: Trauma ist ein legitimes, physisches Problem. Dein Nervensystem befindet sich in einem veränderten Zustand. Du speicherst diese Emotionen, Energien und Muster auf zellulärer Ebene.

Zum Glück können wir die Wellen als Erkennungssignal oben auf der Wasseroberfläche erkennen und sie auf das Problem tiefer unten zurückzuführen. Du kannst anfangen, deinen Körper zu nutzen, um zu heilen.


Du tust das, indem du beginnst, dich selbst zu fühlen und zu bemerken, wo du hart und angespannt bist. Unsere Körper verhärten sich, um uns zu schützen. Wenn wir ein gebrochenes Bein haben, spannt sich unsere Faszie wie ein natürlicher Gipsverband an, damit wir uns nicht wieder so beugen. Genauso, wenn unsere Herzen gebrochen werden, ziehen sich unsere Gefühle zusammen, verhärten sich, um uns so nicht mehr zu fühlen.

Natürlich müssen wir irgendwann wieder laufen, wir müssen oder wollen auch wieder lieben. Wir müssen und wollen das Leben wieder erleben. Dafür müssen wir langsam die Teile von uns wieder weich machen, die versucht haben, uns zu schützen.


Zu heilen ist also nicht nur eine Frage der Psychoanalyse. Es geht darum, dich wortwörtlich mit dem Atem zu begleiten. Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, auf irgendeine Art überwältigt zu werden, wirst du feststellen, dass sich dein Körper anspannt hat. Die Fight or Flight Reaktion wurde ausgelöst.

Wir können das im Körper spüren.

Zu heilen bedeutet für mich, auf verschiedene Weise zu lernen, dich selbst zu beruhigen um wieder weich zu werden.


Du musst daran arbeiten, dein Gehirn und deinen Körper physisch aus der Panik und dem Überlebensmodus oder aber aus der Schockstarre zu bringen.

Um zurück zur Essenz zu finden, nämlich dein Sicherheitsgefühl wieder herzustellen.


Du denkst vielleicht, dass Trauma etwas ist, das nur andere, sozusagen stärker beschädigte Menschen haben, aber das ist nicht wahr. Jeder ist auf die eine oder andere Weise traumatisiert, aber es ist die Art und Weise, wie wir darauf reagieren, was uns Selbstwirksamkeit entwickeln lässt, die dann den Verlauf unseres weiteren Lebens bestimmt.

Eines Tages, vielleicht in vielen Tagen, Wochen oder Monaten, wirst du auf diese Zeit zurückblicken und dich nicht mehr daran erinnern, wie festgefahren es sich gefühlt hat, wie abgehängt du dich gefühlt hast oder dass du dir etwas anders für dein Leben gewünscht hast.


Du wirst sehen, dass jeder Schritt dich zu einem Ort geführt hat, von dem du noch gar nicht wusstest, dass er existiert. Wenn ich dir dabei helfen kann, durch meine Begleitung mit TRE® (Tension and Trauma Releasing Exercises), freut mich das außerordentlich.


Hörst du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden gegen Angst und über den Umgang mit Trauma gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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