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  • Karla Johanna Schaeffer

Weiblichkeit und Männlichkeit



Unsere weibliche Seite und unsere männliche Seite.


Unser Körper arbeitet über die Polarität.

Anspannen, loslassen. Öffnen, schließen. Oben, unten. Links, rechts. Hart, weich. Negativ, positiv. Männlich, weiblich….

In der traditionellen chinesischen Philosophie werden diese Gegensätze als ‚Yin und Yang‘ bezeichnet. In der westlichen Welt sagen wir oft ‚männlich-weiblich‘ dazu.

Wir alle haben eine männliche und eine weibliche Seite, bzw. männliche und weibliche Energien.


Wenn du in den Spiegel schaust und dein Gesicht in zwei Teile teilst, links und rechts, dann siehst du, dass deine beiden Gesichtshälften unterschiedlich sind.

Auch deine linke und rechte Hand sind leicht unterschiedlich. Tatsächlich gibt es diese subtilen Unterschiede an deinem gesamten Körper, die linke und rechte Seite unterscheiden sich.

Wenn du diese Beispiele als Kontext nimmst, und dir bewusst machst, dass unsere rechte Körperhälfte der männlichen Seite oder der männlichen Energie zugeteilt ist und deine linke Hälfte für deine weibliche Seite steht, dann können wir auf einer sehr interessanten anderen Ebene für uns anschauen, in welcher Beziehung unsere weiblichen und unsere männlichen miteinander stehen.

Intuition, Gefühle, Offenheit, das Empfangen und die Selbstlosigkeit regieren die weibliche Seite unserer Natur. Die maskuline Seite steht für die Logik, Fakten, Umsetzen und das eigene Interesse. Ganz klar, wir brauchen alle beide.

Wenn du z.B. jemand bist, der/die viel gibt, vielleicht zu viel deiner Zeit, deiner Empathie, deiner Selbstlosigkeit gibt, dann ist eventuell deine feminine Seite überaktiv und deine rechte Seite, deine männliche Energie muss gestärkt werden.

Wenn dein Leben von vorne bis hinten geplant und durchgetaktet ist, dann sind vielleicht deine maskulinen Aspekte überaktiv. Deine weibliche Seite zu stärken würde dann beispielsweise bedeuten, mit einem offeneren, und auch kreativeren Ansatz zu spielen.


Diese weibliche, empfängliche, leichte und offene Herangehensweise und Seite zu vernachlässigen, trägt ganz viel dazu bei in einen Stressdruck zu verfallen. Weil dann nämlich die Trennung von Arbeit und Entspannung, dem männlichen und weiblichen Prinzip, aus der Balance geraten ist.


Ganz wichtig an dieser Stelle, ich spreche hier nicht von den Eigenschaften einer Frau und eines Mannes, es geht um die Archetypen des Bewusstseins, nicht um Geschlechterrollen. Es geht nicht darum, was Frauen und was Männer besser tun, nicht um Hierarchie. Es geht um allgemeine, universelle Energien. Obwohl sie üblicherweise mit dem Geschlecht verbunden sind, beziehe ich mich überhaupt nicht auf das Geschlecht. Wir sind alle mit Yin- und Yang-Energien geboren. Wir alle haben das Potenzial, uns mehr der einen oder anderen Polarität zuzuwenden.


Eine klarere innere Wahrnehmung, eine innere Führung und auch die Inspiration an sich, sind mit der weiblichen Seite verbunden. Weibliche Energie steht für das Empfangen, das Nach-innen-gerichtet-sein. Tatsächlich auch für das passiv sein, das Innehalten, das Lauschen der inneren Stimme, die Entspannung, das Loslassen, die Hingabe und das Geschehen-Lassen. Weg vom Wollen und Müssen hin zum Da-sein-lassen und dem Empfangen, der Empfänglichkeit.


Dagegen steht die männliche Energie für Energieabgabe. Für das Ausführen von Vorhaben, Plänen und für die Umsetzung. Die weibliche Seite, das Empfangen eines Impulses, einer Inspiration und Idee steht damit logischerweise am Beginn jeden Handelns.

Und vielleicht wird damit deutlich, dass auch Männer weibliche Energie haben, brauchen und schätzen. Genauso wie Frauen ihre männliche Energie für Power und Umsetzungsvermögen brauchen.

Je empfänglicher wir sind als Menschen, desto mehr Energie und Inspiration können wir aufnehmen. In jeglicher Form. In Form von Kraft, Power, Vision, innerer Führung, Motivation und Liebe.

Um dann mit unserer männlichen Energie aktiv zu werden, nach außen zu gehen, Kontrolle zu übernehmen über unsere Wünsche und Ideen und um diese umzusetzen und durchzusetzen.


Beides ist in uns vorhanden. Wenn eine Seite nicht ausreichend zur Verfügung steht oder nicht genug ausgeprägt ist oder vernachlässigt wird, dann steht uns auch nicht unsere ganze Kraft zur Verfügung. Unserer gesamten Möglichkeiten. Unser Potential.

Und interessanterweise sind diese beiden Seiten unseren beiden Gehirnhälften zugeordnet, mit entsprechenden Fähigkeiten.


Neurologisch gesehen aktiviert die rechte Seite des Gehirns die linke Seite unseres Körpers - unsere weibliche Seite - die sich um die emotionale, fühlende, subjektive, musikalische, räumliche Wahrnehmung dreht. Die rechte Gehirnhälfte kommuniziert also mit der linken Körperhälfte.

Die linke Seite des Gehirns stimuliert die rechte Seite unseres Körpers - unsere männliche Seite - wo sich alles um unsere logischen, analytischen, objektiven, verbal gerichteten, geordnete Schritte dreht, um das Systemdenken, strukturelle Herangehensweise und das Tun, Initiieren und die Karriere.


Und so haben wir alle unterschiedliche Mischungen dieser beiden Seiten und die ‚Ehe‘ oder Verbindung dieser beiden Seiten in uns selbst, ermöglicht Ausgeglichenheit und Gänze.


Wir können uns zum Beispiel anschauen und sehen, ob wir ein Muster finden, wenn häufig Schmerzen oder Verletzungen auf der rechten Körperseite auftreten. Ob wir beispielsweise mit Problemen oder Gleichgewichtsschwierigkeiten in Bereichen zu tun haben, in Bezug auf ‚Männer Themen‘ oder mit tatsächlichen Männern.

Gibt es Vaterthemen, die uns aus der Balance bringen? Oder Konflikte mit den oben genannten männlichen Attributen in unserem eigenen Selbst?

Ebenso sind die Schmerzen oder Verletzungen der linken Körperseite ein Signal für unsere weiblichen Probleme oder bestimmte Frauen, Mutterthemen, oder aber ein Konflikt in uns selbst, mit einem der oben genannten weiblichen Attribute.


Das sind lediglich Anstöße und es ist unterschiedlich und ganz individuell für jeden von uns. Oft hilft es aber, sich diese Fragen zu stellen, um nicht nur das Bewusstsein zu reflektieren, dass unser Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist, sondern auch, was vielleicht damit zu tun haben könnte.

Es geht nicht darum, dass etwas richtig oder falsch ist, sondern um unsere Beziehung dazu.

Unabhängig davon ist es immer am besten, in den Körper hinein zu fühlen, dir zuzuhören und zu erfahren, was für dich dort geschieht. Diese Gedanken sollen Reflektionsanregung und erweitertes Bewusstsein bringen, keine Analyse.


Noch deutlicher finden wir die beiden unterschiedlichen Pole, den männlichen und den weiblichen, in der Steuerung der Lebensvorgänge in uns. Das vegetative, autonome Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus.

Es steuert viele lebenswichtige Körperfunktionen. Dazu gehören zum Beispiel die Atmung, die Verdauung und der Stoffwechsel. Ob der Blutdruck steigt oder wir in den ‚Fight or Flight‘ Modus - den Angstreflex - verfallen, lässt sich mit dem Willen nicht beeinflussen, sondern es geschieht über das autonome Nervensystem.


Auch hier kann man mit der männlichen und weiblichen Seite argumentieren. Der Sympathikus steht hierbei für die männliche Energie, der Parasympathikus für die weibliche.

Herz-, Kreislauf-, Atmungsfunktion, Verdauung, Stoffwechsel und Ausscheidung sowie Wärme- und Energiehaushalt unterliegen also der ständigen Kontrolle des vegetativen Nerven-Systems. Sympathikus und Parasympathikus wirken als Gegenspieler, als Gegenpole, wie Jin und Yang, und ihr Gleichgewicht ist Voraussetzung für die Funktion der Organe und unser Wohlbefinden.

Das sympathische System, zugeordnet zu unserem männlichen Pol dominiert bei physischen und psychischen Stresssituationen, also dann, wenn der Mensch Bedrohung und Überreizung empfindet. Der Körper reagiert mit ‚Fight or Flight‘, Anspannung und Aktivierung. Dadurch braucht er mehr Energie und Sauerstoff, die Atemfrequenz steigt, der Herzschlag wird schneller, der Blutdruck steigt an und die Durchblutung wird angeregt. Wir bekommen einen Energieschub. Hält dieser Zustand zu lange an oder überwiegt sogar, kommt es zu dem sogenanntem Dauerstress.


Das parasympathische System wird unserem weiblichen Pol zugeordnet, welches zu Ruhe und Entspannung führt. Es wirkt umgekehrt. Hier verlangsamt sich der Herzschlag, die Verdauung wird aktiv, die Atemfrequenz verlangsamt sich und die Pupillen können sich wieder verengen. Der Körper verdaut, baut Energie auf und speichert sie. Die Innenwahrnehmung des Menschen gehört zum Parasympathikus, also dem Spüren, Fühlen und die Selbstbeobachtung.


Mit der Aktivierung des Sympathikus ist die Aufmerksamkeit nach außen gerichtet.

Das tiefere, wirkliche Erleben von uns selbst und unserer Gefühle sind nur parasympathisch möglich.

Innenwahrnehmung und Empfangen bedeuten, dass Inspiration möglich ist. Das Bewusstsein geht auf Empfang und öffnet sich immer tieferen Wahrnehmungen, Möglichkeiten, Potentialen.

Deshalb rate ich zu mehr Entspannungsphasen, mehr Tagträumen, mehr wohlfühlen, mehr abschalten. Für mehr neue innere Impulse, Lösungen und Entscheidungshilfen. Für ein tieferes Wissen. Für mehr innere Sicherheit.


Die Aufrechterhaltung der Harmonie zwischen der linken und der rechten Seite, der weiblichen und der männlichen, macht uns ganz. Wir können das Bewusstsein für unser ganz persönliches Gleichgewicht fördern, indem wir uns auf unseren Körper einstellen.


Was siehst du, wenn du die Augen schließt und deinen Körper innerlich scannst?


Möglicherweise stellen du fest, dass die meisten deiner Beschwerden, von Akne bis hin zu Muskelverspannungen, auf der linken Seite deines Körpers auftreten. Dann könnte es darauf hinweisen, dass dein weiblicher Aspekt in irgendeiner Weise aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wenn du eine starke Spannung in deiner rechten Schulter bemerkst, ist deine männliche Seite möglicherweise überfordert oder geschwächt.

Ein Ungleichgewicht zu bemerken, ist der Beginn der Selbstreflektion.

Denke daran, sanft mit dir selbst umzugehen und auf deinen Körper zu hören.


Hörst du gerne Podcast?

Diesen Beitrag und mehr Impulse und Methoden gegen Angst und Stress gibt es in meinem Podcast 'Calm is your Superpower'.

Bei Itunes, Spotify, Youtube und auf meiner Webseite.

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