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  • Karla Johanna Schaeffer

Psoas - der Seelenmuskel - Bote des zentralen Nervensystems


Karla Johanna Schaeffer Psoas Seelenmuskel Stress

Steif vom Sitzen über den Tag? Gestresst von all den Anforderungen?

Entspanne Deinen Seelenmuskel - den Psoas.


Heutzutage ist die Thematik rund um den Psoas-Muskel aktueller denn je. Durch das verbreitete Homeoffice, das viele Sitzen und die sich daraus ergebenden Rückenschmerzen, aber auch durch den Stress und die möglichen Angstgefühle, die sich aus Sorgen, körperlichem Unwohlsein und unguten Gedankenszenarien zusammenbrauen, bekommt der Psoas eine sehr aktuelle Relevanz.


Was das nämlich alles mit dem Psoas zu tun haben kann, möchte ich in diesem Beitrag noch einmal auffrischen. Viele Informationen rund um diesen Muskel der Seele gibt es schon in dem ersten Artikel: Psoas – der Muskel der Seele.


Der Psoas-Muskel ist das "Filet Mignon" des menschlichen Körpers. Er ist der tiefste Muskel in uns, dabei besonders saftig, geschmeidig und dynamisch im Idealfall. Er gehört zur einer Muskelgruppe im unteren Rücken, im hinteren Beckenbereich und in der Hüfte. Dieser Muskelkomplex verbindet den Oberkörper und den Unterkörper, er verbindet die Innenseite nach außen und die Rückseite nach vorne. Ohne den Psoas-Muskel könnten wir nicht aufrecht stehen oder unsere Beine heben, um zu gehen oder jegliche Bewegung auszuführen. Das liegt daran, dass dies der einzige Muskel ist, der die Wirbelsäule mit den Beinen verbindet. Genaugenommen unterscheidet man eigentlich zwischen drei Muskelsträngen, die zusammen die Psoasmuskulatur bilden.


Wenn wir den Psoas gesund halten, wird unsere Wirbelsäule stabiler und der Rumpf und die Organe im Bauchraum werden besser gestützt. Viele Studien haben außerdem ergeben, dass der Psoas ein empfängliches, sensibles Wahrnehmungsorgan ist, das aus "bio-intelligentem" Gewebe besteht (wegen seiner Fähigkeit, unsere Empfindungen zu erfassen und eine Antwort auszusenden) und buchstäblich unsere tiefsten Wünsche und primären Bedürfnisse repräsentiert. Er spiegelt uns unser Bauchgefühl. Man könnte also sagen, dass er so etwas wie der elementare Bote des zentralen Nervensystems ist.

Warum also wissen wir nichts über diesen besonderen Psoas und warum erwähnen ihn so wenige Ärzte?


Was? Psoas mehr als nur ein Muskel?


So fungiert er also als Messenger des zentralen Nervensystems und ist viel mehr, als nur ein einfacher Muskel, denn er kann als Vorbote des Bauchinstinkts bezeichnet werden. Es wird angenommen, dass der Psoas-Muskel eine direkte Verbindung zum ältesten und instinktiven Teil unseres Stammhirns und Rückenmarks hat.


Unser heutiges Leben, in dem viele von uns ständig hetzen, zu viel sitzen, aber konkurrieren und ständig etwas erreichen müssen, kann den Psoasmuskel in einen ständigen Spannungszustand versetzen, den sogenannten "Fight or Flight"-Zustand.


Wenn wir uns im "Fight or Flight"-Zustand befinden, ist die (Psoas)Muskulatur aktiviert und steht stramm, der Puls steigt an, das Adrenalin in unserem Blut macht uns sehr wachsam und bereit zu handeln. Wir stehen unter diesem wohlbekannten Strom. Im Normalfall solch einer Aktivierung, wenn wir wirklich gefordert wären, erfüllte sich so ein Erregungszustand, indem wir vor etwas fliehe oder uns wehren würden (fight or flight), sodass der Körper anschließend wieder herunterfahren, sich beruhigen und wieder in Balance kommen kann.

Solch ein innere Alarmzustand kann heutzutage allerdings allein durch eine starke Geräuschkulisse ausgelöst werden. Oder etwa durch ein Zu-Nahe-Kommen eines Mitmenschen, einen emotionalen Konflikt oder durch die vielen berufliche Anforderungen, die uns über den Kopf wachsen.


Unsere natürlichen Bewältigungsmechanismen sind aber nicht darauf angelegt, eine konstanten Stressbelastungen auszuhalten.


Wenn dieser ‚Fight or Flight‘ Modus ohne Beruhigungsphasen immer wieder anspringt, oder wir nicht die Möglichkeit nutzen, den Erregungszustand tatsächlich auszuleben und die bereitgestellte Energie auch wieder loszuwerden, bleiben der Körper in einem anhaltenden Zustand von Anspannung. Diese Anspannung kann als Angst, Erschöpfung, Überreizung, Panik und ständige Unruhe erlebt werden.


Der Psoas reagiert auf seelische und körperliche Veränderungen oft sehr sensibel.


Der Psoas ist also ein durchaus emotionaler Muskel, der das ausdrückt, was tief im Inneren des Bauches gefühlt wird - was gemeinhin als "Bauchgefühl" bezeichnet wird. Hier wird der Muskel also von einem mechanischen Hebel, der uns das Gehen und jede andere Bewegung ermöglicht, zu einem wichtigen Akteur für unsere Gefühle. Faszien (Bindegewebe) verbinden den Psoas mit dem Zwerchfell.


Das Zwerchfell ist eine dünne Schicht Muskelgewebe unterhalb der Lunge, die bestimmt, wie wir atmen. Wenn wir oft gestresst sind, wirkt sich das auf unser Atemmuster aus, was wiederum den Psoas beeinflusst. Es gibt nur zwei Zustände, in denen sich ein Muskel befinden kann: der eine Zustand ist Anspannung und der andere Zustand ist Entspannung. Je nachdem, wie wir uns fühlen oder was wir gerade tun, wird der Psoas-Muskel entweder angespannt oder entspannt.


Liz Koch, die Königin des Psoas, die das Buch "The Psoas Book" verfasst und damit viel Recherche zum Psoas veröffentlicht hat, spricht diesem Muskel ebenfalls viele Fähigkeiten und Eigenschaften zu. Einige glauben vielleicht, dass dies die wahre Funktion oder Fähigkeit der Muskeln übertreibt. Der Tiefsinn und die Tiefgründigkeit des Muskels kann jedoch nicht weg argumentiert werden. Er ist buchstäblich der tiefste Muskel des menschlichen Körpers und der Inbegriff unserer "Kernmuskulatur". Wenn du dich gestresst fühlst, wird der Psoas die Spannung halten.


Je gestresster wir werden, desto angespannter, enger und verkürzter entwickelt sich der Psoas.


Wir dürfen uns bewusst machen, dass ein ständig kontrahierter Muskel schließlich zu einer physischen Verkürzung des Muskels führt. Wenn eine Verkürzung auftritt, entstehen eine Vielzahl von schmerzhaften Zuständen, mit denen viele von uns vertraut sind: Rückenschmerzen, Knieschmerzen, Ischias Schmerzen, sogar Verdauungsprobleme oder eine ständige, subtile, innere Hab-Acht-Stellung.

Ein angespannter Psoas kann sogar die Fortpflanzung stören und eine Vielzahl anderer Beschwerden hervorrufen. Ein gelöster und vitaler Psoas dagegen fördert das Gefühl von Freude und Wohlbefinden.


Es ist die Verbindung zum Nervensysten, die den Psoas zu einem emotionalen Muskel macht, der sowohl Angst, Wut und Traurigkeit als auch angenehme Gefühle wie Freude, Liebe und Glück mit körperlichen Empfindungen verbindet. Die schwierige Gruppe von Emotionen, die sogenannten "negativen", spannen den Psoas an, und die andere Gruppe, die glücklichen, guten Gefühle, neigen dazu, den Psoas zu entspannen.


Wo schmerzt der Posas?


Psoas-Schmerzen sind im Allgemeinen nicht im Hüftbereich lokalisiert. Wir erleben auch Schmerzen, die indirekt durch einen kontrahierten Psoas entstehen. Dies bedeutet, dass nicht unbedingt der Becken .und Hüftbereich schmerzt, in dem der Psoas sitzt, sondern auch angrenzende Bereiche wie Schultern, der obere oder der untere Rücken.


Wenn wir anfangen den Psoas Muskel zu entspannen, fühlen wir uns häufig nicht nur beweglicher in Hüfte und Becken und können Schmerzen im gesamten Rücken lösen, sondern wir fühlen uns auch emotional belastbarer, weniger ängstlich und gestresst.


Der Psoas nach Traumaerfahrung


Wenn wir eine traumatische Erfahrung machen und das Nervensystem (einschließlich des Gehirns) die bedrohliche Information erhält, dass der Körper angegriffen wird, gerät der Körper in Alarmbereitschaft, die Psoas-Muskeln spannen sich an, damit wir uns verteidigen und schützen können. Insbesondere während eines traumatisierenden Übegriffs ist der Psoas stark beeinträchtigt durch die körperliche und emotionale Belastung, die gegen ihn gerichtet ist oder war. Während angespannte Muskeln, verspannte Schultern oder schmerzende Füße sich mit einem heißen Bad entspannen lassen oder manchmal einfach nur eine Ruhepause brauchen um wieder weich zu werden, verhält sich der Psoas komplexer. Jedes neu auslösende Ereignis (auch Ereignisse, die "nur" stressig und nicht vollständig traumatisierend sind) erzeugt zusätzliche Spannung, da sich der Psoas an das erinnert, was er während des ursprünglichen traumatischen Ereignisses gelernt hat. Nämlich: Wenn mein Körper angegriffen wird, muss ich meine Schale härten, um ihn zu schützen.


Wie lässt sich der Psoas entspannen?


All diese Symptome hängen mit einem angespannten und dysfunktionalen Psoas zusammen und können schwer zu beheben sein. Manche Menschen dehnen und kräftigen ihren Psoas stundenlang, ohne dass die Symptome nachlassen. Das liegt daran, dass sie ihre Nervenbündel nur weiter reizen. Manchmal wollen die Nerven einfach nicht überdehnt werden und ein verpanzerter Psoas braucht mehr Zeit und eine behutsame Zuwendung.


Denken wir einmal darüber nach. Wenn wir gestresst sind und Tausend Dinge auf unserer To-Do Liste stehen haben, ist das Letzte, was wir tun möchten, noch mehr zu tun, sich noch mehr zu belasten und krampfhaft zu öffnen. Dasselbe gilt für dein Nervensystem.


Neurogenes Zittern zur Verbesserung von Stressdruck, Angst und belastenden Emotionen


Das neurogene Zittern der TRE Methode konzentriert sich auf das Lösen des Psoas-Muskels, der die Lendenwirbel mit dem Becken verbindet. Dieses Lösen wird nicht aktiv herbeigeführt, sondern der Körper kann sanft in einen natürlichen Zittermechanismus geführt werden, der die Muskulatur auflockert und den Körper in ein Fühlen zurückführt, das möglicherweise nach übergriffigen Erfahrungen und Trauma nicht mehr möglich war. Das Erlauben und Zulassen der feinen Schwingungen, das Spüren der Empfindungen und Gefühle, hilft uns zu heilen. Es ist wichtig zu beachten, dass bei dem Arbeiten mit dem Körper und speziell der Psoasmuskulatur Emotionen an die Oberfläche rollen können. Eine professionelle Anleitung beim Erlernen der TRE Methode ist daher empfohlen. Dieser mächtige Muskel hält physischen, emotionalen und mentalen Stress fest, den wir im Laufe unseres Lebens in unserem Körper tragen.


Der Psoas hat offensichtlich ein Bewusstsein – es sind seine Erinnerungen und sein Bewusstsein, die den physiologischen Zustand prägen und dafür maßgeblich sind, ob dieser weich und beweglich oder hart und unbeweglich ist. Worin also bestehen die Erinnerungen des Psoas? Oder anders formuliert: Welche Erinnerungen sind dort gespeichert? Der entscheidende Hinweis liegt darin, dass er als der tiefste Muskel des Körpers gilt. Der tiefste Muskel hält auch die tiefsten Erinnerungen inne.



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Erfahrungsberichte und Klientenstimmen zum Arbeiten mit der TRE Methode hier zum Nachlesen: TRE-Erfahrungen


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