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  • Karla Johanna Schaeffer

Wohlfühlen in der eigenen Haut


Wohlfühlen in der eigenen Haut

Schön zu sein bedeutet, du selbst zu sein. Du musst nicht von anderen akzeptiert werden. Du musst dich selbst akzeptieren. ~ Thich Nhat Hanh


Wir alle kennen den Ausdruck, der innere Schönheit. Für mich entpuppt sich diese Wahrheit erst in den letzten Jahren. Nämlich dass das, was du innen drin bist, sich auf deinem Gesicht und in deiner Ausstrahlung zeigt. Dass das Aussehen, mit dem wir oft sehr hart ins Gericht gehen, gar nicht das Problem ist. Dass körperliche Merkmale gar nicht viel damit zu tun haben, was ich an mir nicht mochte. Es war etwas anderes, etwas in mir, das sich widerspiegelte und mich unattraktiv, unwohl und falsch fühlen lies.


Sich wohl und schön zu fühlen lässt eine andere Körpersprache zu, wir können uns anders tragen, mit mehr Bewusstsein und Leichtigkeit.

Und ja, es kommt auch auf das Selbstwertgefühl an - das Gefühl, dass wir wirklich von Wert sind, egal wie wir aussehen, handeln, denken oder was denn nun andere über uns denken. ‚Wenn ich nur besser aussähe, dünner und erfolgreicher wäre, würde ich mich in meiner Haut wohl fühlen.‘ Vielleicht kennst du das auch. ‚Wenn erstmal dies, dann…‘,

Aber, keine dieser Vollendungen wird helfen, bis wir endlich im Innen etwas verändern können.

Wir verarbeiten die Welt mit unserem Verstand und unserem Körper.

Wie nehmen sie mit unseren Sinnen wahr und verarbeiten die Eindrücke dann mit unserem Verstand und unserem Körper. Mit den Empfindungen und Gefühlen, die wir haben, können wir die Welt erfahren.

Ein Großteil unserer Erfahrung, am Leben zu sein, geschieht in unserem Körper. Wir können das Leben durch ihn wahrnehmen. Oft denken wir, dass wir etwa die Welt da draußen irgendwie erleben. Dass wir durch die Welt gehen und unsere Erfahrung des Lebens die tatsächliche Realität ist. Aber die Wahrheit ist, dass unsere Erfahrung der Welt das ist, was durch unser Gehirn und durch unseren Körper verarbeitet wird. Wir erleben und erfahren durch unsere individuellen Wahrnehmungsmöglichkeiten. Wir alle sehen und erfahren und bewerten die Welt durch unsere eigene Brille. Das heißt, meine Wahrheit ist nicht unbedingt deine Wahrheit. Und meine Erfahrung ist nicht deine Erfahrung.

Denk einmal darüber nach, was eigentlich deine Erfahrung ist. Dein Erleben.

Zum Beispiel, wenn du am Meer entlang gehst. Was ist das für eine Erfahrung? Wenn du einen Schritt zurücktrittst und der Beobachter dieser Erfahrung wirst, kannst du feststellen, dass du einfach am Meer entlang gegangen bist und dich umgesehen hast und beobachtet hast, wie das Meer, die Natur, die Tiere aussahen. Was aber tatsächlich passiert ist, ist, dass du am Meer entlang gegangen bist und das, was dort war, interpretiert und durch dein Gehirn verarbeitet hast. Vielleicht war es bewegend für dich, friedlich und du hast das Erlebnis als Balsam für die Seele wahrgenommen. Vielleicht fandest du es aber auch stattdessen einsam, trostlos und verlassen. Wenn wir also etwas visuell betrachten und es dann durch unser Gehirn interpretieren, interpretieren wir nicht wirklich, was buchstäblich da ist. Meer, Vögel, Sand. Wir interpretieren unsere Gedanken darüber.

Wenn du an deinen Körper denkst, ist es wichtig, dich daran zu erinnern, dass du das Gleiche tust. Wir machen eine Erfahrung, in unseren Körpern zu sein. Wir benutzen unseren Körper, um etwas zu erfahren, zu spüren.

Und dann gibt es noch unsere Gedanken ÜBER unseren Körper, die uns wieder neue Erfahrungen ermöglichen, aber auch eine Interpretationsmöglichkeit unseres Selbstbilds geben. Diese Interpretation muss allerdings absolut nicht der Wahrheit entsprechen.

Was die meisten von uns versuchen, wenn wir uns in unserer Haut nicht wohlfühlen, ist, etwas zu tun, um aus dieser Erfahrung, diesem Körpergefühl herauszukommen. Bestimmte Gedanken über unseren Körper, zB dass er nicht perfekt ist oder zu breit ist, zu unbeweglich, schlicht falsch ist, haben bestimmte Gefühle zur Folge. Vielleicht ein Gefühl des Ekels, des Nicht-richtig-seins, des Ungeliebt-seins, des Nicht-genug-seins.

Wir wollen dann die Welt nicht von innen heraus erleben. Es ist ja auch eine ziemlich unschöne Brille, durch die wir da schauen. Dann ist das Leichteste, um diesem Gefühl zu entkommen, sich abzulenken. Mit Essen, mit Filmen und jeglichem Konsumieren, um dieses unangenehme Gefühl nicht zu fühlen.

Was ich für mich verstanden habe ist, dass wir etwas von innen heraus erzeugen können oder vielleicht sogar müssen, um uns in unserer Haut und mit uns wohl zu fühlen.

Ich glaube an Bewusstseinsarbeit und Körperarbeit. Wir können lernen, uns darauf zu fokussieren unseren Körper von innen heraus zu erleben. Versuchen, in einem ersten Schritt durch eine neutralen Erfahrung mit allem, was in unserem Körper vor sich geht, präsent zu sein. Im Körper präsent zu sein, und nicht in den Gedanken über unseren Körper, unserer Bewertung über unseren Körper, unterzugehen. Für mich hat das vor allem TRE® ermöglicht. Durch diese Körperarbeit habe ich eine ganz andere Verbindung zu mir und meinem Körper aufgebaut und kann diesen mittlerweile ganz anders fühlen und genießen.

Aber auch durch Meditation schaffst du es gut, dir selbst näher zu kommen. Nämlich um immer mehr beschreiben zu können, was innen los ist. Du wirst immer besser darin, dich dabei zu ertappen, wenn du über das reine Wahrnehmen hinausgehst und stattdessen Gedanken, Interpretationen oder Meinungen entstehen.

Wir wollen die puren Körperempfindungen.

Wir wollen deinen Körper ohne Urteil. Wir schaffen Positives und Negatives mit unserem Gehirn, mit unserer Interpretation. Wie wir aussehen sollten, wie viel wir wiegen sollten, wie wir uns fühlen sollten. Alles Gedanken und Interpretationen.

Vielmehr werden wir also von innen heraus zum Beobachter und Fühler. Anstatt nur der Beobachter zu sein, der sich selbst zuschaut, sind wir Beobachter und Fühler, um vollständig zu erfahren, wie es ist, wir selbst zu sein.

Und genau das lässt sich üben.

Wieviel Fehlerhaftes unser Gehirn mit seinem Interpretationswahn über uns selbst und auch über andere Menschen und Situationen vermittelt, ist schon enorm. Und die Erkenntnis, dass wir alle durch unsere eigene Brille die Welt sehen, hat mir sehr geholfen zu erkennen, dass es nicht nur meine Wahrheit gibt.

Zurück zum Körpergefühl. Es gibt also Gedanken über deinen Körper und dann gibt es deinen tatsächlichen Körper. Bewusst an deinen Körper zu denken und zu entscheiden, was du denken möchten, ist eine schöne Sache und nicht ganz einfach. Aber auch das lässt sich üben.

Aber vielleicht bemerkst du, dass es kein Urteil gibt, wenn du deinen Körper von innen heraus erlebst. Es sind alles nur neutrale Tatsachen von Empfindungen. Empfindungen sind nicht gut oder schlecht. Und je mehr Zeit wir verbringen können im reinen Körpergefühl, so richtig nah bei uns, direkt an der Quelle sozusagen, desto näher kommen wir uns selbst und desto mehr können wir fühlen, wie schön es ist, wir zu sein.

Für diejenigen, die wirklich mit ihren Körperbildern zu kämpfen haben und das Gefühl entsteht, im falschen Körper zu stecken oder dass der Körper zu groß, zu schwer oder zu knochig ist, etc etc. Versuche bewusst dies: Wenn du von innen nach außen deine Oberschenkel, den Bauch, den Po, die Arme und Schultern erlebest, gibt es kein Urteil. Probier es aus. Jetzt gleich.

Es gibt eine Befreiung von all dem Negativen, da du nur in der Körperempfindung bist. Es gibt eine Präsenz im Körper, die du lieben wirst. Es ist das Geheimnis des Nichturteilens. Es ist das Geheimnis wahrer Präsenz in dir. Und wir können jederzeit an diesen Ort gelangen.

Und vielleicht ist es leichter für dich, zu erkennen, dass das gesamte Urteil über deinen Körper nur eine Fehlzündung deines Gehirns ist. Nur programmierte Gedanken. Denn dein Körper ist perfekt.

Dein Körper ist unfassbar intelligent. Er kümmert sich um dich. Atmet für dich. Verdaut für dich. Lässt in dir Leben wachsen. Heilt von alleine. Er kann Wunden und Krankheiten heilen lassen. Lässt dein Herz schlagen. Trägt dich überall hin. Lässt dich fühlen. Lieben. Leben. Dein Körper ist dein Zuhause.

Du bist lebendig. Du bist ein Mensch.

Wenn dir die Meditationen im Podcast gut gefallen, dann ist vielleicht mein 'Keine Panik - Übungsalbum' etwas für dich, um dich wohler und sicherer in deinem Körper zu fühlen. Mehr dazu findest du oben im Menüpunkt unter ‚Keine Panik Kurs‘.

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© 2020 Johanna Schaeffer